Die Hallerzahl ist ein Maß für die Wasseraufnahme (Saugfähigkeit) eines vollständig trockenen Steins, ausgedrückt in der Wassermenge, die der Stein in einer bestimmten Zeit aufnimmt. Sie gibt an, wie „durstig” ein Ziegel, Kalksandstein oder Betonstein ist, und ist damit wichtig für die Verarbeitung des Mauermörtels.
Warum ist die Hallerzahl wichtig?
Die Wasseraufnahme eines Steins bestimmt, wie der Mörtel am Stein haftet. Beim Mauern spielt sie eine zentrale Rolle:
- Zu hohe Saugfähigkeit — ein trockener, stark saugender Stein entzieht dem Mörtel zu schnell das Anmachwasser. Der Mörtel „verbrennt”, härtet unzureichend aus und haftet schlecht. Solche Steine werden oft vorgenässt.
- Zu geringe Saugfähigkeit — ein gesättigter oder dichter Stein nimmt kein Wasser auf, wodurch der Mörtel zu lange nass bleibt und das Mauerwerk „schwimmen” (absacken) kann.
- Optimale Saugfähigkeit — eine mäßige Wasseraufnahme sorgt für eine gute, dauerhafte Haftung zwischen Stein und Fuge.
Anwendung
Die Hallerzahl wird genutzt, um Mauerwerk gut aufeinander abzustimmen:
- Steinwahl und Mörteltyp — der Lieferant stimmt den Mörtel auf die Saugfähigkeit des gewählten Steins ab
- Vornässen — stark saugende Steine werden vor der Verarbeitung angefeuchtet, besonders bei warmem oder trockenem Wetter
- Ausblühungen vermeiden — eine falsche Abstimmung kann zu weißen Salzausblühungen und schlechten Fugen führen
Die Hallerzahl wird im Labor bestimmt, indem ein trockener Stein für eine festgelegte Zeit mit Wasser in Kontakt gebracht und die Gewichtsdifferenz gemessen wird.
Verwandte Begriffe
- Ziegel
- Mauerwerk
- Mörtel
- Kalksandstein
- Anmachwasser
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