Glas ist einer der ältesten vom Menschen hergestellten Werkstoffe, dessen Wurzeln über fünftausend Jahre bis in den Vorderen Orient zurückreichen. Seine Entwicklung erstreckte sich über Jahrhunderte, von kleinen Zierobjekten bis zu klaren Fenstern.
Anwendung
Die frühesten bearbeiteten Glasfunde stammen aus Mesopotamien und Ägypten, etwa zwischen 3500 und 1500 v. Chr. Anfangs wurde Glas vor allem für Perlen, Amulette und kleine Gebrauchsgegenstände verwendet. Das Material war kostbar und wurde von Hand geformt, unter anderem indem ein Kern mit geschmolzenem Glas umhüllt wurde.
Einen Wendepunkt brachte im ersten Jahrhundert v. Chr. die Erfindung der Glasmacherpfeife, vermutlich im syrisch-römischen Raum. Mit dieser hohlen Pfeife ließ sich ein Klumpen geschmolzenen Glases zu dünnen, hohlen Formen aufblasen. Dadurch wurde Glas schneller, günstiger und in größeren Mengen herstellbar. Im Römischen Reich verbreitete sich die Glasblastechnik über weite Teile Europas und des Mittelmeerraums, und es entstanden Flaschen, Becher und sogar einfache Fensterscheiben.
Im Mittelalter erhielt Glas einen bedeutenden Platz in der Baukunst. Kirchen und Kathedralen wurden mit großen Bleiglasfenstern ausgestattet, bei denen gefärbte und glasgemalte Stücke mit Bleiruten zu erzählenden Szenen zusammengefügt wurden. Diese Fenster verbanden eine religiöse und dekorative Funktion mit dem Einlass von Licht.
Verwandte Begriffe
- Glas
- Bauglas
- Bleiverglasung
- Glasmalerei
- Kalk
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