Eine Dachbalustrade ist eine erhöhte Brüstung am Rand eines Flachdachs, die als Absturzsicherung dient und gleichzeitig ein architektonisches Gestaltungselement der Fassade darstellt.
Aufbau und Konstruktion
Die klassische Balustrade besteht aus einer Reihe kleiner Säulen (Baluster), die von einem Handlauf und einem Sockel eingefasst werden. Im modernen Bauwesen wird der Begriff Dachbalustrade jedoch breiter verwendet und umfasst auch massive Brüstungsmauern, Metallgeländer oder Glaskonstruktionen am Dachrand.
Die Höhe einer Dachbalustrade richtet sich nach den Landesbauordnungen und liegt in der Regel bei mindestens 90 cm, bei Absturzhöhen über 12 Metern oft bei 110 cm. Die Konstruktion muss den vorgeschriebenen Horizontallasten standhalten.
Funktionen
Eine Dachbalustrade erfüllt mehrere Aufgaben:
- Absturzsicherung: Sie schützt Personen vor dem Herunterfallen, besonders bei begehbaren Dachterrassen.
- Windschutz: Sie reduziert die Windbelastung auf dem Dach.
- Architektur: Sie prägt das Erscheinungsbild des Gebäudes und verdeckt technische Aufbauten wie Lüftungsanlagen.
- Blendschutz: Bei begrünten oder genutzten Dächern kann sie als Sichtschutz dienen.
Anwendung
Dachbalustraden kommen vor allem bei Flachdächern zum Einsatz, die als Dachterrassen genutzt werden oder regelmäßig für Wartungsarbeiten betreten werden müssen. Auch bei historischen Gebäuden wie Stadtpalästen oder repräsentativen Bauten sind steinerne Balustraden ein typisches Gestaltungselement.
Bei der Planung muss die Entwässerung berücksichtigt werden. Durch die Brüstung darf kein Regenwasser aufgestaut werden. Speier oder Durchlässe in der Balustrade sorgen für eine kontrollierte Wasserableitung. Ebenso ist der Anschluss der Dachabdichtung an die Balustrade ein kritischer Punkt, der fachgerecht ausgeführt werden muss.
Verwandte Begriffe
- Attika
- Dachterrasse
- Absturzsicherung
- Flachdachabdichtung
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