Der Meterriss (auch Metermarke oder Meterlinie) ist eine waagerechte Linie, die genau 1000 mm über Oberkante Fertigfußboden (OKFF) an Wänden und Stützen angerissen wird und während der gesamten Bauzeit als festes Höhenmaß dient. So arbeiten Estrichleger, Zimmerer, Stuckateur und Elektriker alle von derselben Höhe aus.
Warum nicht einfach vom Boden messen?
Im Rohbau ist der Rohboden noch nicht fertig: Dämmung, Estrich und Bodenbelag kommen noch darauf, und der Untergrund liegt selten wirklich eben. Wer vom Rohboden misst, übernimmt alle Abweichungen. Der Meterriss dagegen wird mit einem Nivelliergerät abgesteckt und ist über die gesamte Etage waagerecht und einheitlich.
Vorteile:
- Ein Bezugspunkt für alle Gewerke, dadurch weniger Maßfehler
- Auch nutzbar, wenn der Boden noch fehlt oder bereits geschlossen ist
- Auf 1 m Höhe angenehm abzulesen: kein Bücken, kein Strecken
So wird er abgesteckt
- Das Höhenniveau (OKFF des Erdgeschosses) aus der Planung bestimmen
- Mit Rotationslaser oder Schlauchwaage eine Linie exakt 1000 mm darüber anreißen
- Die Linie an allen Wänden und Stützen deutlich markieren, mit Pfeil oder Dreieck zur Linie hin
- „+1,00 m” oder „OKFF +1 m” dazuschreiben, damit keine Verwechslung entsteht
- Auf jeder Etage neu anreißen, bezogen auf das Fußbodenniveau dieser Etage
Wofür wird er genutzt?
- Höhe von Fenstern und Türen, Brüstungen und Stürzen
- Anreißen der Schichtmaße beim Mauern
- Höhe von Steckdosen, Schaltern und Leitungen
- Treppenantritt, Deckenhöhe und Zargenmontage
- Kontrolle der Estrichdicke: vom Meterriss nach unten gemessen weißt du genau, wie viel Estrich noch fehlt
Verwandte Begriffe
- Höhenbezug
- Nivellieren
- Maßhaltigkeit
- Messpunkt
- Schichtmaß
- Normalnull
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