Was ist eine Lichthaube?

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Lichthaube ist ein Begriff mit mehr als einer Bedeutung. Im Dachbau ist es ein kurzes Lichtband: eine aufgesetzte Tageslichtöffnung in einem Dach oder einer Wand. In der Beleuchtungstechnik ist es die Haube, die das Licht einer Leuchte bündelt, lenkt oder abschirmt. Und in älterer Bauliteratur wird „Lichthaube” mitunter als Synonym für den Obergaden verwendet.

Weil die Bedeutungen so weit auseinandergehen, empfiehlt es sich, in Leistungsverzeichnis und Zeichnung das genauere Wort zu benutzen: Lichtband, Lichtkuppel, Leuchtenabdeckung oder Obergaden.

1. Die Lichthaube als Tageslichtelement

In dieser Bedeutung ist eine Lichthaube eine kurze, aufgesetzte Tageslichtöffnung — kürzer als ein vollwertiges Lichtband, größer oder länglicher als eine einzelne Lichtkuppel. Zu denken ist an eine Haube über einem Treppenauge, über einem Bad ohne Außenwand oder über einem Mittelbereich eines Hauses, in dem kein Fenster möglich ist.

Der Aufbau entspricht im Wesentlichen dem eines Lichtbands:

  • ein Aufsetzkranz (Kuppelaufsatz oder gedämmte Aufkantung), der aus der Dachfläche herausführt;
  • ein verglaster oder mit Kunststoff gefüllter Oberteil, flach oder mit leichter Neigung;
  • ein dichter Anschluss der Dachabdichtung an den Aufsetzkranz.

Die wichtigsten Entwurfsfragen sind stets dieselben: wie viel Tageslicht wird gebraucht, wie viel Aufheizung im Sommer wird akzeptiert, muss die Haube zur Lüftung öffnen, und wie wird sie gereinigt und gewartet?

2. Die Lichthaube in der Beleuchtung

In der Beleuchtung ist eine Lichthaube die Abschirmung um eine Lichtquelle: eine Haube, die das Licht bündelt, streut oder gerade zurückhält. Der Begriff begegnet einem bei Leuchten, bei beleuchteten Vorhangblenden (einer Lichtleiste über einem Fenster) sowie bei Vitrinen- und Aquarienbeleuchtung. Funktional geht es immer um dasselbe: Blendung vermeiden und das Licht dorthin lenken, wo man es haben will.

3. Die Lichthaube als Obergaden

Vereinzelt wird „Lichthaube” für den Obergaden gebraucht: die Fensterzone hoch im Mittelschiff einer Basilika, über den Dächern der Seitenschiffe. Diese Verwendung findet sich vor allem in älteren Texten; das gebräuchliche Wort dafür ist Obergaden oder Clerestorium.

Hinweise zur Tageslichthaube

  • Den Aufsetzkranz dämmen. Ein ungedämmter Kranz ist eine Wärmebrücke, an der sich im Winter Kondensat bildet; das tropft nach innen und wird häufig für eine Undichtigkeit gehalten.
  • An die Durchsturzgefahr denken. Eine Kunststoff-Tageslichtöffnung in einem begehbaren Dach ist nicht durchsturzsicher. Eine Durchsturzsicherung oder eine physische Abschirmung vorsehen, wenn Wartungsverkehr über das Dach führt.
  • Sonnenschutz gehört nach Süden dazu. Eine waagerechte oder flach geneigte Tageslichtöffnung fängt im Sommer mehr Sonne ein als ein Fassadenfenster gleicher Fläche.
  • Die Reinigung einplanen. Eine Haube, die man nicht erreichen kann, verschmutzt und lässt mit der Zeit merklich weniger Licht durch.

Verwandte Begriffe

  • Lichtband
  • Lichtkuppel
  • Aufsetzkranz
  • Obergaden
  • Dachfenster
  • Lichtdurchlässigkeit

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