Der Goldene Schnitt ist ein besonderes Verhältnis, bei dem eine Strecke so geteilt wird, dass sich der kleinere Teil zum größeren Teil verhält wie der größere Teil zum Ganzen. Dieses Verhältnis beträgt etwa 1 zu 1,618. Es wird seit jeher als besonders harmonisch empfunden und daher oft in Architektur, Kunst und Gestaltung angewandt.
Das Verhältnis
Der Goldene Schnitt wird mit dem griechischen Buchstaben Phi (φ) bezeichnet. Teilt man eine Strecke in einen großen Teil (a) und einen kleinen Teil (b), so gilt beim Goldenen Schnitt:
- a + b verhält sich zu a wie a zu b
- der Wert von φ beträgt etwa 1,618
Dieses Verhältnis hängt mit der Fibonacci-Folge (1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21…) zusammen, in der sich das Verhältnis aufeinanderfolgender Zahlen immer mehr φ nähert.
Anwendung in Bau und Gestaltung
Der Goldene Schnitt dient als Hilfsmittel, um angenehme, ausgewogene Verhältnisse zu bestimmen:
- Fassadengliederung — das Verhältnis von Höhe zu Breite oder von Fenster- zu Wandflächen
- Grundrisse — das Verhältnis von Länge zu Breite eines Raums
- Detaillierung — die Anordnung von Gliederungen, Leisten und Akzenten
- Grafische Gestaltung — Aufteilung von Seiten, Logos und Kompositionen
Wichtig ist, dass der Goldene Schnitt kein Gesetz, sondern eine Richtlinie ist: Viele klassische Bauwerke nähern sich dem Verhältnis, aber nicht immer exakt. Als Gestaltungshilfe lässt er eine Komposition ruhig und ausgewogen wirken.
Verwandte Begriffe
- Proportion
- Maßordnung
- Symmetrie
- Modulor
- Gestaltung
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