Der Dampfstrom ist die Menge Wasserdampf, die je Zeiteinheit durch eine Fläche eines Bauteils wandert, ausgedrückt in Gramm oder Kilogramm pro Quadratmeter und Stunde (oder Sekunde). Er ist ein Maß für den tatsächlichen Feuchtetransport durch eine Wand, ein Dach oder einen Boden und entscheidend für die Beurteilung des Tauwasserrisikos und des Austrocknungsverhaltens.
Wie entsteht ein Dampfstrom?
Ein Dampfstrom entsteht, sobald zwischen zwei Seiten eines Materials ein Dampfdruckunterschied besteht. Die Strömungsrichtung folgt dem Druckgefälle: von hoch nach niedrig. Die Größe hängt ab von:
- dem Druckunterschied (Δp) zwischen innen und außen
- dem Dampfdiffusionswiderstand (Sd-Wert) jeder Schicht
- der Dicke und dem Aufbau der Konstruktion
- der Temperatur an beiden Seiten
Ein Dampfstrom durch Diffusion ist meist gering. Wesentlich größer ist der Strom durch Luftundichtheiten: Ein einziges Loch von wenigen Quadratzentimetern transportiert ein Vielfaches mehr Feuchtigkeit als ein Quadratmeter diffusionsoffene Wand.
Anwendung
Der Dampfstrom wird berechnet bei:
- Bauphysikalischer Planung — Belastbarkeit einer Konstruktion ohne Schäden ermitteln
- Sanierung von Feuchteschäden — Tauwasserstelle aufspüren
- Beurteilung von Nachdämmungen — Prüfung, ob bestehende Aufbauten zusätzliche Feuchte vertragen
- Energetische Bewertung — feuchte Dämmung verliert einen Großteil ihres Wärmeschutzes
Unterschied zwischen Dampfstrom und Luftstrom
Beide transportieren Feuchtigkeit, sind physikalisch jedoch verschieden. Der Dampfstrom ist molekulare Diffusion durch ein (luftdichtes) Material. Der Luftstrom ist konvektiver Transport durch Öffnungen und Fugen. Für einen gesunden Aufbau ist die Luftdichtheit deshalb wichtiger als der Sd-Wert der einzelnen Schichten.
Verwandte Begriffe
- Dampfdiffusion
- Dampfdruckaufteilung
- Dampfbremse
- Luftdichtheit
- Bauphysik
- Tauwasser
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