Ein Deckziegel (auch Oberpfanne genannt) ist der obere Dachziegel bei einer Überlappung zweier Ziegelreihen, der das darunter liegende Ziegelfeld abdeckt und vor Niederschlag schützt. Zusammen mit dem Unterziegel bildet er ein dichtes Dachsystem, das Regenwasser zuverlässig abführt.
Aufbau und Funktion
Bei traditionellen Dacheindeckungen — insbesondere beim Mönch-und-Nonne-System — liegt der Deckziegel (Mönch) gewölbt über der Fuge zwischen zwei flachen Unterziegeln (Nonnen). Das Regenwasser fließt über die konvexe Oberfläche des Deckziegels ab und wird in die rinnenförmigen Unterziegel geleitet, die es zur Traufe ableiten.
Bei modernen Dachziegeln wie dem Falzziegel oder dem Flachdachziegel ist das Prinzip der Überlappung in das Ziegelprofil integriert. Hier überlappt der obere Ziegel den unteren um mehrere Zentimeter. Die Überdeckung — also das Maß der Überlappung — richtet sich nach der Dachneigung: Je flacher das Dach, desto größer muss die Überdeckung sein, um die Regensicherheit zu gewährleisten.
Die Qualität der Dachziegel ist entscheidend für die Langlebigkeit des Dachs. Hochwertige Deckziegel sind frostbeständig, UV-beständig und verfügen über eine glatte oder engobierte Oberfläche, die das Abfließen von Wasser und Schmutz erleichtert.
Anwendung im Bauwesen
Dachdecker beginnen die Eindeckung an der Traufe und arbeiten sich reihenweise zum First vor. Jeder Deckziegel wird auf der Dachlatte eingehängt oder befestigt. Bei starker Windbelastung oder geringer Dachneigung werden die Ziegel zusätzlich mit Sturmklammern gesichert.
Die Wahl des richtigen Deckziegels hängt von der Dachform, der Dachneigung, den regionalen Witterungsbedingungen und den Vorgaben der örtlichen Bauverordnung ab. In manchen Regionen schreiben Bebauungspläne bestimmte Ziegelfarben oder -formen vor.
Verwandte Begriffe
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuchen Sie die Wissensdatenbank von Fred’s Bauanleitungen.