Cordholzbau (auch Holz-Mörtel-Bauweise oder im Französischen Bois Cordé) ist eine traditionelle Baumethode, bei der kurze Rundholzstücke oder gespaltene Scheite mit Mörtel zu massiven Wänden verbunden werden. Die Stirnseiten der Hölzer bleiben dabei sichtbar und verleihen der Wand ihr charakteristisches Mosaik-Aussehen.
Aufbau und Konstruktion
Eine Cordholzwand besteht aus:
- Holzscheite – 30 bis 60 Zentimeter lang, entrindet und gut getrocknet
- Mörtelstreifen – zwei parallele Streifen an den Außen- und Innenseiten der Hölzer
- Dämmfüllung – der Hohlraum zwischen den Mörtelstreifen wird mit Sägemehl, Zellulose oder Perlite gefüllt
- Tragrahmen – ein Holzständerwerk aus Pfosten und Rähm gibt der Wand zusätzliche Stabilität
Die Hölzer müssen vor dem Einbau auf einen Feuchtigkeitsgehalt unter 15 Prozent getrocknet werden, um Schwundrisse zu vermeiden.
Vorteile
- Hohe Wärmedämmung durch die Kombination von Holz und Isolierschicht
- Gute Feuchtigkeitsregulierung durch die hygroskopischen Eigenschaften des Holzes
- Kostengünstig – Restholz und Brennholz können verwendet werden
- Einzigartige Ästhetik mit natürlichem Charakter
Anwendung
Cordholzbau eignet sich für:
- Gartenhäuser und Werkstätten
- Wohnhäuser im ökologischen Selbstbau
- Saunen und Freizeitgebäude
- Dekorative Innen- und Außenwände
In Deutschland ist Cordholzbau baurechtlich nicht als standardisiertes Verfahren anerkannt, sodass für Wohngebäude eine Einzelfallgenehmigung oder ein Standsicherheitsnachweis erforderlich ist. Als nicht tragende Ausfachung in einem Holzrahmen ist die Genehmigung einfacher zu erhalten.
Verwandte Begriffe
- Holzständerbauweise
- Strohballenbau
- Lehmputz
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