Ein Cimborrio ist ein turm- oder laternenförmiger Aufbau über der Vierung (Kreuzungspunkt von Langhaus und Querhaus) einer Kirche, der Licht ins Innere des Gebäudes bringt. Er ist ein charakteristisches Element der spanischen romanischen und gotischen Kirchenarchitektur.
Merkmale
Ein Cimborrio zeichnet sich aus durch:
- Position — genau über der Vierung
- Lichtfunktion — Fenster in den Wänden lassen Tageslicht in den dunkelsten Teil der Kirche
- Höhe — ragt deutlich über die Dachlinie des Langhauses hinaus
- Konstruktion — ruht auf Pendentifs oder Trompen, die den quadratischen Grundriss in eine runde oder achteckige Basis überführen
Anwendung
Cimborrios finden sich vor allem in:
- Spanischen Kathedralen — wie den Kathedralen von Burgos, Salamanca und Zamora
- Romanischen Kirchen — als einfache Vierungstürme mit Rundbogenfenstern
- Gotischen Kirchen — reicher dekoriert mit Spitzbogenfenstern und Fialen
- Portugiesischen Kirchen — ähnliche Formen in der portugiesischen Romanik
Unterschied zu Kuppel und Laterne
- Kuppel — eine gewölbte Überdachung
- Laterne — ein kleines Türmchen oben auf einer Kuppel
- Cimborrio — ein polygonaler oder runder Turm auf der Vierung mit Fenstern
Verwandte Begriffe
- Vierung
- Querhaus
- Kuppel
- Laterne
- Pendentif
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