Was ist Laserschneiden?

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Laserschneiden ist ein thermisches Trennverfahren, bei dem ein stark gebündelter Laserstrahl den Werkstoff örtlich schmilzt oder verdampft, während ein Schneidgas die Schmelze aus der Fuge bläst. Der Strahl folgt dabei einer computergesteuerten Bahn, sodass das Bauteil exakt nach Zeichnung aus der Tafel fällt.

Da die Wärme in eine sehr kleine Zone eingebracht wird, bleibt der Verzug gering und die Schnittfuge schmal und sauber. Im Bauwesen ist es der Standardweg, um Knotenbleche, Fußplatten, Ziergitter, Fassadenpaneele und Befestigungsdetails maßgenau fertigen zu lassen.

Zwei Hauptbauarten

  • Faserlaser — der Strahl wird in einer Glasfaser erzeugt und geführt. Schneidet Metalle: Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer und Messing. Für Bauanwendungen die mit Abstand häufigste Bauart.
  • CO2-Laser — ein Gaslaser mit größerer Wellenlänge. Geeignet für Nichtmetalle wie Holz, MDF, Acrylglas und Textil sowie für dickere Stahlbleche.

Zu beachten: verzinktes und beschichtetes Blech erzeugt beim Schneiden Dämpfe und eine geschädigte Zinkschicht entlang der Kante. Besser blank schneiden und anschließend verzinken oder beschichten.

Das Schneidgas bestimmt die Schnittqualität

  • Sauerstoff bei Baustahl: der Sauerstoff verbrennt mit und liefert zusätzliche Energie, sodass größere Dicken erreichbar sind. Die Schnittkante erhält jedoch eine Oxidhaut, die vor dem Lackieren zu entfernen ist.
  • Stickstoff bei Edelstahl und Aluminium: schneidet oxidfrei und metallisch blank, sodass das Teil direkt geschweißt oder beschichtet werden kann. Im Gasverbrauch teurer.

Was vom Verfahren zu erwarten ist

  • Schnittfuge (Kerf): Größenordnung einige Zehntelmillimeter. Bohrungen fallen daher etwas weiter aus als die Bahn.
  • Maßgenauigkeit: bei Blechteilen üblicherweise im Bereich von Zehntelmillimetern über kleine Abmessungen; über lange Tafeln steigt die Abweichung durch den Wärmeeintrag.
  • Blechdicke: abhängig von der Maschinenleistung. Baustahl wird bis in den Zentimeterbereich geschnitten, Edelstahl und Aluminium bei gleicher Leistung deutlich dünner.
  • Kleine Bohrungen: eine Bohrung kleiner als die Blechdicke lässt sich oft nicht sauber schneiden. Faustregel: Bohrungsdurchmesser ≥ Blechdicke.

Zu beachten bei der Vergabe

  • Liefern Sie eine Vektorzeichnung (DXF oder DWG) mit geschlossenen Konturen, ohne Doppellinien und im Maßstab 1:1. Ein PDF oder eine gescannte Skizze muss der Betrieb zuerst nachzeichnen, und das kostet Geld.
  • Nennen Sie Werkstoff, Dicke und Güte (etwa S235 oder Edelstahl 1.4301) sowie ob Sie blanke oder oxidierte Schnittkanten wünschen.
  • Verschachteln Sie geschickt. Die Kosten ergeben sich aus Schnittmetern plus Einstichen; viele lose Kleinteile sind je Stück teuer. Fassen Sie Aufträge zusammen und lassen Sie in einer Tafel schachteln.
  • Entgraten und entfetten vor dem Schweißen oder Beschichten; die Schnittkante ist hart und kann einen kleinen Grat behalten.
  • Rüstzeit einplanen. Für ein Einzelteil bezahlen Sie vor allem Programmier- und Rüstzeit; ab wenigen Stück fällt der Stückpreis rasch.

Verwandte Begriffe

  • Fräsen
  • Anschweißen
  • Betonstahl
  • Cortenstahl
  • Aluminium
  • Kaltgeformter Stahl
  • BIM

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