Breitenschwindung bezeichnet die Maßänderung von Holz quer zur Faserrichtung in tangentialer Richtung, die durch das Abgeben von Feuchtigkeit entsteht. Sie ist die stärkste der drei Schwindrichtungen im Holz und muss bei der Planung und Verarbeitung von Holzbauteilen unbedingt berücksichtigt werden.
Die drei Schwindrichtungen
Holz schwindet in allen drei Richtungen unterschiedlich stark:
- Tangentiale Schwindung (Breitenschwindung): Verläuft parallel zu den Jahrringen und ist mit 6 bis 12 % (je nach Holzart) am stärksten ausgeprägt. Bei Brettern aus dem Seitenbereich des Stammes zeigt sich dies als Breitenänderung.
- Radiale Schwindung: Verläuft senkrecht zu den Jahrringen und beträgt etwa 3 bis 6 %. Sie ist damit ungefähr halb so groß wie die tangentiale Schwindung.
- Longitudinale Schwindung: Verläuft in Faserrichtung und ist mit 0,1 bis 0,3 % vernachlässigbar gering. Holz verändert seine Länge beim Trocknen also kaum.
Das Verhältnis von tangentialer zu radialer Schwindung wird als Schwindungsanisotropie bezeichnet und liegt bei den meisten Holzarten zwischen 1,5 und 2,0.
Anwendung
Die Breitenschwindung spielt im Holzbau eine entscheidende Rolle bei der Dimensionierung von Bauteilen, der Planung von Anschlüssen und der Auswahl von Holzprodukten. Bei Brettschichtholz (BSH) und Brettsperrholz (BSP) wird die Schwindung durch die kreuzweise Anordnung der Lamellen reduziert. Im Innenausbau muss bei der Verlegung von Massivholzdielen eine Dehnungsfuge eingeplant werden, da die Bretter bei Feuchtigkeitsänderungen arbeiten. Die Verwendung von technisch getrocknetem Holz mit definierter Holzfeuchte von 12 bis 15 % minimiert nachträgliche Verformungen.
Verwandte Begriffe
- Schwindmaß
- Holzfeuchte
- Quellen
- Gleichgewichtsfeuchte
- Fasersättigungsbereich
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.