Bouchardieren ist eine Steinbearbeitungstechnik, bei der mithilfe eines Stockhammers (Boucharde) eine gleichmäßig raue, genarbte Oberfläche auf Naturstein oder Beton erzeugt wird. Der Name leitet sich vom französischen „boucharde” ab, der Bezeichnung für den verwendeten Spezialhammer mit pyramidenförmigen Zähnen auf der Schlagfläche.
Anwendung
Das Bouchardieren wird in verschiedenen Bereichen der Stein- und Betonbearbeitung eingesetzt:
- Natursteinfassaden: Bouchardierte Oberflächen verleihen Fassaden aus Granit, Kalkstein oder Sandstein eine gleichmäßig raue Textur, die Licht interessant bricht und dem Gebäude einen robusten, handwerklichen Charakter verleiht.
- Rutschfestigkeit: Im Außenbereich werden Bodenplatten und Treppenstufen bouchardiert, um eine rutschhemmende Oberfläche zu erzielen. Dies ist besonders bei Naturstein wichtig, der im polierten Zustand bei Nässe sehr glatt wird.
- Betonoberflächen: Sichtbetonflächen können nachträglich bouchardiert werden, um die glatte Schalungsoberfläche aufzurauen und eine steinähnliche Optik zu erzeugen.
- Denkmalpflege: Bei der Restaurierung historischer Gebäude wird das Bouchardieren eingesetzt, um neue Steinteile optisch an die gealterte Oberfläche der Bestandssteine anzupassen.
- Werkzeuge: Traditionell wird ein handgeführter Stockhammer verwendet. In der modernen Steinbearbeitung kommen auch pneumatische oder elektrische Bouchardiermaschinen zum Einsatz, die eine gleichmäßigere Bearbeitung großer Flächen ermöglichen.
Die Intensität der Bearbeitung bestimmt das Erscheinungsbild: Feine Boucharden mit vielen kleinen Zähnen erzeugen eine dezent raue Oberfläche, während grobe Boucharden mit wenigen großen Zähnen eine stark strukturierte, rustikale Textur hinterlassen. Die Bearbeitungstiefe beträgt typischerweise 1 bis 5 Millimeter.
Verwandte Begriffe
- Stockhammer
- Scharrieren
- Spitzen
- Flämmen
- Sandstrahlen
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