Ein Bodenwärmetauscher (auch Erdwärmetauscher oder Luft-Erdwärmetauscher) ist ein Rohrsystem im Erdreich, das die konstante Bodentemperatur nutzt, um Frischluft im Winter vorzuwärmen und im Sommer vorzukühlen. Er wird häufig in Kombination mit kontrollierten Wohnraumlüftungen eingesetzt.
Funktionsweise
Das Prinzip ist einfach und effektiv:
- Außenluft wird über ein im Boden verlegtes Rohrsystem angesaugt
- In einer Tiefe von 1,5 bis 2 Metern herrscht ganzjährig eine Temperatur von etwa 10 bis 12 Grad Celsius
- Im Winter erwärmt sich die kalte Außenluft auf dem Weg durch die Rohre
- Im Sommer kühlt sich die warme Außenluft ab
Dadurch sinkt der Energiebedarf der Lüftungsanlage erheblich, und das Risiko von Frostschäden am Wärmerückgewinnungsgerät wird minimiert.
Bauarten
Es gibt zwei gängige Systeme:
- Luft-Erdwärmetauscher – Außenluft strömt direkt durch Rohre im Erdreich
- Sole-Erdwärmetauscher – ein geschlossener Kreislauf mit Sole überträgt die Wärme über einen Wärmetauscher an die Zuluft (hygienischer, kein direkter Erdkontakt der Luft)
Anwendung
Bodenwärmetauscher finden Anwendung bei:
- Passivhäusern und Niedrigenergiehäusern
- Büro- und Gewerbegebäuden mit zentraler Lüftung
- Stallgebäuden in der Landwirtschaft
Die Rohre bestehen meist aus PE oder PP und werden mit einem Gefälle verlegt, damit Kondenswasser abfließen kann. Ein Ansaugturm mit Filter schützt vor Verschmutzung.
Verwandte Begriffe
- Bodenenergie
- Kontrollierte Wohnraumlüftung
- Wärmerückgewinnung
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