Ein Blindanker ist ein im Mauerwerk verdeckt eingebauter Anker, der tragende oder nichttragende Bauteile unsichtbar miteinander verbindet, ohne an der Fassadenoberfläche sichtbar zu sein.
Anwendung
Im Mauerwerksbau werden Anker eingesetzt, um verschiedene Bauteile kraftschlüssig miteinander zu verbinden. Ein klassisches Beispiel ist die Verbindung einer Vormauerschale mit der tragenden Hintermauerschale bei zweischaligem Mauerwerk. Während herkömmliche Maueranker an der Außenseite sichtbar sein können, zeichnet sich der Blindanker dadurch aus, dass er vollständig im Mauerwerk verborgen bleibt.
Der Blindanker besteht in der Regel aus korrosionsbeständigem Edelstahl oder verzinktem Stahl. Er wird während des Mauervorgangs in die Lagerfugen eingelegt und mit Mörtel eingebettet. Sein eines Ende greift in die Tragschale, das andere Ende in die Vorsatzschale. Bei Hohlwandkonstruktionen überbrückt der Anker den Luftspalt zwischen den beiden Mauerschalen und sorgt für eine stabile Verbindung.
Die verdeckte Bauweise ist besonders bei Sichtmauerwerk von Bedeutung. Da keine Ankerplatten oder Ankersplinte an der Fassade erkennbar sind, bleibt das ästhetische Erscheinungsbild der Mauerwerksoberfläche ungestört. Dies ist bei denkmalgeschützten Gebäuden und hochwertigen Fassadengestaltungen ein wesentlicher Vorteil.
Bei der Planung und Bemessung von Blindankern sind die einwirkenden Kräfte zu berücksichtigen. Windlasten, Eigengewicht und thermische Bewegungen der Vorsatzschale erzeugen Zug-, Druck- und Scherkräfte, die der Anker sicher aufnehmen muss. Die Anzahl und Verteilung der Anker pro Quadratmeter Wandfläche richtet sich nach den statischen Anforderungen und wird in der Regel vom Tragwerksplaner festgelegt.
Im historischen Mauerwerksbau wurden Blindanker häufig aus Schmiedeeisen gefertigt und dienten auch zur Sicherung von Gewölben und Deckenbalken.
Verwandte Begriffe
- Maueranker
- Vormauerschale
- Zweischaliges Mauerwerk
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