Bewehrtes Mauerwerk ist Mauerwerk, in das eine Bewehrung eingelegt ist, um Zug- und Querkräfte aufzunehmen. Das kann in Form von Stäben oder Lagerfugenbewehrung in den Lagerfugen oder als vertikale Stäbe in gemauerten Stützen geschehen. Für sich genommen nimmt Mauerwerk kaum Zug auf; die Bewehrung gleicht das aus.
Anwendung
Bewehrtes Mauerwerk kommt bei sturzlosen Öffnungen zum Einsatz, wo die Bewehrung in den Fugen über einer Öffnung die Funktion eines Sturzes übernimmt. Auch bei langen Wänden, die sonst reißen würden, bei hoch belasteten Brüstungen und in Erdbebengebieten ist es eine bewährte Lösung. Die Lagerfugenbewehrung wird beim Mauern in die waagerechten Fugen eingelegt und mit dem Mörtel eingebettet, sodass Zugkräfte auf den Stahl übertragen werden.
Merkmale
Die Bewehrung besteht meist aus verzinktem oder nichtrostendem Stahl, um Korrosion in den Fugen zu vermeiden. Der Mörtel muss die Bewehrung vollständig umhüllen, um Verbund und Schutz zu gewährleisten. Neben der Lagerfugenbewehrung kann Bewehrung auch vertikal in Hohlsteinen oder in eigens gemauerten Stützen angeordnet werden, wobei die Hohlräume anschließend mit Mörtel oder Beton verfüllt werden. So entsteht Mauerwerk, das Druck, Zug und Querkraft aufnehmen kann.
Verwandte Begriffe
- mauern
- mauerwerksverband
- bewehrung
- backstein
- fuge
- mörtel
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