Baufeuchte ist die Feuchtigkeit, die während des Bauprozesses in Baumaterialien wie Beton, Mörtel, Putz und Estrich eingebracht wird und nach Fertigstellung austrocknen muss. Jeder Neubau enthält mehrere tausend Liter Wasser, die kontrolliert abgeführt werden müssen, bevor ein Gebäude bezugsfertig ist.
Woher kommt Baufeuchte?
Wasser ist ein wesentlicher Bestandteil vieler Baustoffe. Beton besteht aus Zement, Gesteinskörnung und Wasser — wobei nur ein Teil des Wassers chemisch gebunden wird. Der Rest verbleibt als Baufeuchte im Material. Ähnlich verhält es sich bei Mörtel, der beim Mauern verwendet wird, bei Innenputz und bei Estrich.
Zusätzlich zur materialgebundenen Feuchtigkeit kann Baufeuchte durch Niederschlag entstehen, der während der Bauphase in offene Konstruktionen eindringt. Besonders in Rohbauten ohne Dach oder Fenster ist dieses Risiko hoch.
Ein durchschnittlicher Neubau enthält je nach Bauweise zwischen 5.000 und 15.000 Liter Baufeuchte. Diese muss kontrolliert verdunsten, bevor die Endausbauarbeiten beginnen — insbesondere bevor Dämmung, Bodenbeläge oder Tapeten angebracht werden.
Anwendung im Bauwesen
Die fachgerechte Trocknung eines Neubaus ist entscheidend für die Langlebigkeit des Gebäudes. Wird zu früh mit dem Innenausbau begonnen, kann die eingeschlossene Feuchtigkeit zu Schimmelbildung, Putzschäden und Verformungen von Holzbauteilen führen.
Natürliche Trocknung durch Lüften ist die einfachste Methode, dauert aber je nach Jahreszeit mehrere Monate. Bautrockner und Entfeuchtungsgeräte beschleunigen den Prozess erheblich. Dabei wird die Raumtemperatur leicht erhöht und die feuchte Luft abgeführt.
Die Restfeuchte wird mit speziellen Messgeräten kontrolliert. Erst wenn definierte Grenzwerte erreicht sind — beispielsweise bei Estrich eine CM-Messung unter dem zulässigen Wert — dürfen feuchtigkeitsempfindliche Materialien eingebaut werden.
Verwandte Begriffe
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