Der Rutschfestigkeitswert — auch als Rutschhemmungsklasse oder R-Wert bezeichnet — ist eine Kennzahl, die die Rutschfestigkeit von Bodenbelägen angibt und damit die Trittsicherheit auf einem Bodenbelag unter bestimmten Bedingungen beschreibt. Je höher der R-Wert, desto rauher und griffiger ist die Oberfläche.
Klassifizierung nach DIN 51130
Die Bestimmung der Rutschhemmung für gewerbliche Bereiche erfolgt in Deutschland nach DIN 51130. Dabei wird eine Testperson mit genormtem Schuhwerk auf einer mit Motoröl benetzten, schräg gestellten Bodenprobe geführt. Der Neigungswinkel, bei dem die Person ins Rutschen gerät, bestimmt die Bewertungsgruppe:
| Klasse | Neigungswinkel | Einsatzbereich | |——–|—————|—————-| | R 9 | 6°–10° | Eingangsbereiche, Flure | | R 10 | 10°–19° | Toiletten, Garagen, Lager | | R 11 | 19°–27° | Außenbereiche, Großküchen | | R 12 | 27°–35° | Industrieküchen, Schlachthöfe | | R 13 | > 35° | Bereiche mit starker Verschmutzung |
Barfußbereiche nach DIN 51097
Für Barfußbereiche wie Schwimmbäder, Duschen und Saunabereiche gilt eine separate Prüfung nach DIN 51097. Hier wird barfuß auf einer mit Seifenlauge benetzten Fläche geprüft. Die Bewertungsgruppen lauten:
- A: Trockene Barfußbereiche (Umkleiden, Einzelduschen)
- B: Nasse Barfußbereiche (Duschräume, Beckenumgänge)
- C: Bereiche mit Gefälle und stehendem Wasser (Durchschreitebecken, geneigte Beckenränder)
Bedeutung im Bauwesen
Die Wahl des richtigen Rutschfestigkeitswerts ist sowohl für die Sicherheit der Nutzer als auch für die Haftung des Bauherrn entscheidend. Die Berufsgenossenschaftliche Regel BGR 181 und die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.5/1,2 legen fest, welche Bewertungsgruppe in welchem Bereich erforderlich ist.
Ein zu niedriger R-Wert erhöht die Unfallgefahr, während ein zu hoher Wert die Reinigung erschwert, da stark aufgeraute Oberflächen Schmutz stärker binden.
Verwandte Begriffe
- Rutschhemmung
- Trittsicherheit
- Bodenbelag
- DIN 51130