Bauernflechtwerk ist eine dekorative Mauerwerkstechnik, bei der Ziegel schräg in einem Flechtmuster angeordnet werden. Diese traditionelle Verzierung findet sich vor allem an Giebeln, Brüstungen und Friesen historischer Bauernhäuser und Kirchengebäude.
Aufbau und Muster
Das Flechtmuster entsteht durch das abwechselnde Schrägstellen von Ziegeln:
- Schrägstellung – die Ziegel werden im 45-Grad-Winkel verlegt
- Richtungswechsel – abwechselnd nach links und rechts geneigte Steine erzeugen das Flechtmuster
- Einbindung – das Muster wird in das umgebende Mauerwerk eingebunden
- Kontrastwirkung – häufig werden andersfarbige Ziegel oder glasierte Steine verwendet
Regionale Verbreitung
Bauernflechtwerk ist besonders typisch für:
- Norddeutsche Backsteinarchitektur
- Niederländisch beeinflusste Baugebiete
- Historische Sakralbauten der Backsteingotik
- Ländliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude des 17. bis 19. Jahrhunderts
Anwendung
Im heutigen Bauwesen begegnet man Bauernflechtwerk vor allem bei:
- Denkmalpflege – Erhaltung und Restaurierung historischer Fassaden
- Neubau im Landhausstil – als dekoratives Element in Sichtmauerwerk
- Gartengestaltung – Ziermauern und Einfriedungen
- Giebelverzierung – als schmückendes Fries unterhalb der Dachkante
Die Ausführung erfordert erfahrene Maurer, da die schräg gestellten Ziegel exakt geschnitten und vermörtelt werden müssen. Bei Restaurierungen ist darauf zu achten, dass die originalen Ziegelformate und Mörtelrezepturen verwendet werden.
Verwandte Begriffe
- Zierverband
- Sichtmauerwerk
- Backsteinarchitektur
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