# Was ist eine Hohlkörperdecke?
**Eine Hohlkörperdecke ist ein vorgefertigtes Deckensystem, bei dem leichte Füllkörper (meist aus expandiertem Polystyrol, EPS) zwischen Betonbalken eingelegt und anschließend mit einer Ortbetonschicht übergossen werden.** Sie kombiniert geringes Eigengewicht mit hoher Tragfähigkeit.
## Aufbau
Die Hohlkörperdecke besteht aus drei Hauptkomponenten:
1. **Betonbalken (Gitterträger)** — vorgefertigte, bewehrte Betonrippen mit aufgeschweißtem Gitterträger, die im Abstand der Füllkörper verlegt werden
2. **Füllkörper** — EPS-Blöcke oder Hohlziegel, die zwischen die Balken gelegt werden und als verlorene Schalung dienen
3. **Aufbeton (Druckplatte)** — eine 4–6 cm dicke Betonschicht, die über Balken und Füllkörper gegossen wird und die Druckzone bildet
### Vorteile
– Kein Schalungsaufwand — Balken und Füllkörper bilden selbst die Schalung
– Geringes Gewicht — EPS-Körper reduzieren das Eigengewicht um bis zu 30 %
– Schnelle Montage — Balken und Blöcke werden von Hand oder mit kleinem Kran verlegt
– Gute Wärmedämmung — EPS-Füllkörper isolieren zusätzlich
## Anwendung
– **Wohnungsbau** — Standarddecke im Einfamilienhaus und Geschosswohnungsbau
– **Renovierung** — leichte Elemente ermöglichen Deckenerneuerung ohne Schwerlastkran
– **Garagen und Nebengebäude** — wirtschaftliche Lösung für Spannweiten bis ca. 7 m
– **Aufstockung** — geringes Gewicht schont bestehende Tragstrukturen
### Bemessung
Die Tragfähigkeit wird durch den Achsabstand der Balken, die Bewehrung und die Aufbetondicke bestimmt. Übliche Spannweiten liegen zwischen 3 und 7 m. Bei größeren Spannweiten werden Unterstützungen während der Betonage erforderlich.
## Verwandte Begriffe
– Filigrandecke
– Betondecke
– Gitterträger
– Fertigteildecke
– Stahlbetondecke
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