Barock ist ein Baustil und eine Kunstströmung aus dem 17. und 18. Jahrhundert, gekennzeichnet durch üppige Dekoration, dramatische Formen, geschwungene Linien, Säulen, Bildhauerei und eine dynamische räumliche Komposition.
Ursprung und Zeitraum
Der Barock entstand um 1600 in Italien als Reaktion auf die strenge Harmonie der Renaissance. Der Stil verbreitete sich rasch über ganz Europa und erreichte seinen Höhepunkt im 17. und frühen 18. Jahrhundert. Der Begriff „Barock” leitet sich vermutlich vom portugiesischen Wort barroco ab, das eine unregelmäßig geformte Perle bezeichnet.
Merkmale barocker Architektur
Barocke Gebäude sind sofort an ihrem prunkvollen und theatralischen Charakter erkennbar. Die wichtigsten bautechnischen Merkmale sind:
- Geschwungene und wellenförmige Fassaden, die Bewegung und Dynamik suggerieren
- Monumentale Säulen und Pilaster in kolossaler Ordnung
- Reiche Ornamente wie Voluten, Kartuschen und Girlanden
- Kuppeln und Gewölbe mit illusionistischen Deckenmalereien
- Dramatischer Einsatz von Licht und Schatten in der Raumgestaltung
- Symmetrische Grundrisse mit einem zentralen Akzent
Bekannte Beispiele
Zu den bekanntesten barocken Bauwerken gehören der Petersdom in Rom, das Schloss Versailles bei Paris und die Karlskirche in Wien. In den Niederlanden äußerte sich der Barock zurückhaltender als in Südeuropa, mit mehr Betonung auf klassizistische Elemente.
Übergang zum Rokoko
Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich der Barock zum Rokoko weiter, einem leichteren und verspielterten Stil mit noch feineren Ornamenten und Pastellfarben.
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