Ansetzen bezeichnet im Bauwesen das Auftragen der ersten Putzschicht (Unterputz) auf eine Wand oder Mauer. Diese Grundschicht bildet die Basis für den Oberputz. Gleichzeitig wird der Begriff “Ansetzen” für den Beginn des Abbindeprozesses von Mörtel oder Beton verwendet — den Moment, in dem das Gemisch zu erhärten beginnt.
Ansetzen als Putztechnik
Beim Verputzen ist die Anschicht (auch Unterputz oder Spritzbewurf genannt) die erste Schicht, die direkt auf das Mauerwerk oder den Beton aufgetragen wird. Sie erfüllt zwei Aufgaben:
1. Haftung schaffen — Die raue Oberfläche sorgt dafür, dass der Oberputz gut haftet
2. Unebenheiten ausgleichen — Unregelmäßigkeiten im Mauerwerk werden mit der ersten Schicht aufgefüllt
Vorgehensweise
- Den Untergrund anfeuchten (trockene Steine entziehen dem Mörtel das Wasser)
- Mörtel mit einer Putzkelle oder einem Aufziehbrett auftragen
- Die Schicht rau lassen — eine glatte Oberfläche bietet weniger Haftung für die nächste Schicht
- Den Unterputz mindestens 24 Stunden aushärten lassen, bevor der Oberputz aufgebracht wird
Schichtdicke
Der Unterputz ist in der Regel 8 bis 12 mm dick. Auf glattem Beton kann eine dünnere Schicht ausreichen; auf rauem Mauerwerk ist eine dickere Schicht erforderlich.
Ansetzen als Abbindeprozess
Wenn Mörtel oder Beton “ansetzt”, beginnt das Bindemittel (Zite) mit Wasser zu reagieren. Dieser chemische Vorgang heißt Hydratation. Nach dem Ansetzen ist der Mörtel nicht mehr verarbeitbar. Angemischter Mörtel sollte daher innerhalb von 1 bis 2 Stunden verarbeitet werden.
Einflussfaktoren:
- Temperatur — Wärme beschleunigt den Prozess, Kälte verlangsamt ihn
- Wassergehalt — Zu viel Wasser verlangsamt das Ansetzen und verringert die Festigkeit
- Zementart — Schnellzement setzt innerhalb von Minuten an, Standardzement innerhalb einiger Stunden
Verwandte Begriffe
- Mörtel
- Putz
- Mauerwerk
- Fuge
- Beton
- Bewehrung
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