Eine Wand dämmen geht auf drei Arten: im Hohlraum zwischen zwei Mauern, an der Außenseite (Fassade) oder an der Innenseite (Vorsatzschale oder Dämmplatten). Hast du keinen Hohlraum und darfst die Außenseite nicht verändern, dann bleibt nur die Innendämmung. Die machst du mit PIR-Platten oder einer Vorsatzschale mit Mineralwolle, plus einer Dampfbremse auf der warmen Seite. Selbst machen kostet grob 25 bis 60 Euro pro m² an Material, machen lassen 130 bis 190 Euro pro m². Eine Außenwand zu dämmen spart laut Verbraucherzentrale schnell 200 bis 300 Euro im Jahr. Achtung: Für die Innendämmung einer Außenwand gilt für eine Förderung meist ein Mindestwert von Rd ≥ 3,5, und gefördert wird in der Regel nur, wenn ein Fachbetrieb die Arbeit ausführt, nicht wenn du es selbst machst.
In diesem Artikel erkläre ich dir Schritt für Schritt, wie du es selbst angehst, welche Fehler du wirklich vermeiden musst (Feuchtigkeit und Schimmel) und was es kostet.
Die drei Arten, eine Wand zu dämmen
Bevor du loslegst: wähl die richtige Methode. Innendämmung ist nicht immer die beste Wahl, oft ist es die Wahl, die übrig bleibt.
| Methode | Wo | Wann wählen | Kosten/m² (machen lassen) |
|---|---|---|---|
| Hohlraum dämmen (Kerndämmung) | Hohlraum zwischen zwei Mauern | Haus ab ca. 1920 mit Hohlraum | 15 bis 35 Euro |
| Außenwand / Fassade dämmen | An der Außenseite, an der Fassade | Kein Hohlraum, Fassade darf verändert werden | 130 bis 250 Euro |
| Innenwand dämmen | An der Innenseite, im Wohnraum | Kein Hohlraum, Fassade darf nicht verändert werden (z. B. Denkmal, Genehmigung) | 130 bis 190 Euro |
Kurzer Vergleich:
Kerndämmung ist mit Abstand am günstigsten und am wenigsten aufwändig. Ein Fachbetrieb bläst Granulat oder Flocken in den Hohlraum. Hast du einen Hohlraum von mindestens 5 cm, fang da an. Lies dazu unseren eigenen Artikel über Hohlraumdämmung.
Außendämmung (Fassade) dämmt am besten und löst Wärmebrücken, ist aber teuer und du veränderst das Aussehen deines Hauses. Oft brauchst du eine Genehmigung. Dazu haben wir einen eigenen Artikel über Fassadendämmung.
Innendämmung ist das, was du selbst machen kannst. Sie kostet Platz (die Wand kommt nach innen) und du musst sie feuchtetechnisch sauber ausführen, sonst bekommst du Schimmel. Aber sie ist eine gute Lösung, wenn die anderen zwei nicht gehen. Der Rest dieses Artikels dreht sich darum.
Was bedeuten Rd, Rc und Lambda?
Kurz die Fachbegriffe, denn die begegnen dir überall.
Lambda (λ) ist die Wärmeleitfähigkeit des Materials. Niedriger ist besser. PIR liegt bei rund 0,022, Mineralwolle (Glas- oder Steinwolle) bei rund 0,035. Niedrigeres Lambda heißt: bei gleicher Dicke dämmst du besser.
Rd-Wert ist der Dämmwert des Materials selbst. Du rechnest ihn aus mit Dicke geteilt durch Lambda. Eine PIR-Platte von 80 mm (0,08 m) mit Lambda 0,022 ergibt Rd = 0,08 / 0,022 = 3,6. Je höher der Rd-Wert, desto besser. Für eine Förderung gilt oft Rd ≥ 3,5.
Rc-Wert ist der Dämmwert der gesamten Konstruktion zusammen (Mauer plus Dämmung plus Bekleidung). Der liegt etwas höher als der Rd-Wert der reinen Dämmung.
Merk dir vor allem: zielst du auf eine Förderung oder ein wirklich warmes Gefühl, dann willst du auf Rd 3,5 oder höher.
Wie viel Dämmung brauchst du? Dicken pro Material
Willst du Rd 3,5 erreichen, dann hängt die nötige Dicke vom Material ab. Das macht beim Platzverlust einen deutlichen Unterschied.
| Material | Lambda (λ) | Dicke für Rd ≈ 3,5 | Dicke für Rd ≈ 4,5 |
|---|---|---|---|
| PIR / Resol-Hartschaum | 0,022 | ~80 mm | ~100 mm |
| Glaswolle | 0,035 | ~125 mm | ~160 mm |
| Steinwolle | 0,035 | ~125 mm | ~160 mm |
| Holzfaser (biobasiert) | 0,038 | ~135 mm | ~170 mm |
Siehst du den Unterschied? PIR erreicht denselben Dämmwert bei fast der halben Dicke. Hast du wenig Platz, dann ist PIR die logische Wahl. Hast du Platz genug und willst es günstiger oder natürlicher, dann ist Mineralwolle oder Holzfaser völlig in Ordnung.
Zwei Arten, eine Innenwand selbst zu dämmen
Es gibt grob zwei Wege. Welchen du wählst, hängt davon ab, wie eben deine Wand ist und wie viel Platz du verlieren willst.
Option 1: PIR-Platten verkleben oder auf Lattung
PIR-Platten sind harte Dämmplatten, oft schon mit einer Gips- oder Fermacell-Schicht versehen, sodass du sie direkt tapezieren oder streichen kannst.
- Ist deine Wand eben und trocken? Dann kannst du die Platten direkt mit Montagekleber oder speziellem Dämmkleber verkleben.
- Ist deine Wand uneben? Dann schraub zuerst Holz- oder Metalllatten an die Wand und befestige die Platten darauf.
Vorteil: dünn und schnell. Nachteil: unebene Wände brauchen doch eine Lattung, und PIR ist teurer pro m².
Option 2: Vorsatzschale mit Mineralwolle
Dabei baust du einen Rahmen (Holzlatten oder Metallprofile) an die Wand, füllst den mit Glas- oder Steinwolle, bringst eine Dampfbremsfolie an und schraubst Gipsplatten darüber.
Vorteil: günstiger, du kannst Leitungen leicht darin unterbringen, und unebene Wände sind kein Problem. Nachteil: dicker, also mehr Platzverlust, und etwas mehr Arbeit.
Mein nüchterner Rat: wenig Platz und eine ebene Wand? PIR. Viel Platz oder eine unordentliche Wand, in die Leitungen müssen? Vorsatzschale mit Mineralwolle.
Das Allerwichtigste: die Dampfbremse
Hier geht es bei Heimwerkern schief. Lies das zweimal.
Warme Innenluft steckt voller Feuchtigkeit (denk an Duschen, Kochen, Atmen). Diese warme, feuchte Luft will nach außen, Richtung kalte Mauer. Unterwegs kühlt sie ab. An dem Punkt, wo es zu kalt wird, schlägt sich die Feuchtigkeit als Kondenswasser nieder. Dieser Kondenspunkt heißt Taupunkt.
Dämmst du deine Wand an der Innenseite, verschiebt sich dieser Taupunkt nach innen, dicht hinter die Dämmung. Kommt dort feuchte Luft hin, kondensiert sie und du bekommst nasses Dämmmaterial, Schimmel und mit der Zeit verrottete Latten.
Die Lösung: eine Dampfbremsfolie auf der warmen Seite (der Raumseite), zwischen Dämmung und Gipsplatte. Diese Folie hält feuchte Luft zurück, sodass sie nicht an den kalten Punkt kommt.
Drei eiserne Regeln:
- Folie immer auf die warme Seite, also zur Raumseite, nicht an die Wand.
- Bring die Folie luftdicht an. Klebe alle Nähte, Ränder und Durchführungen (Steckdosen, Leitungen) mit geeignetem Klebeband ab. Ein einziges Loch und sie funktioniert nicht.
- Verwendest du PIR-Platten mit einer dampfdichten Aluschicht auf beiden Seiten? Dann kann diese Schicht die Dampfbremse bilden, sofern du die Nähte sauber mit Aluband abklebst. Klebe jede Naht ab.
Eine billige Tube Kleber oder schlampige Folie ist hier echt falsche Sparsamkeit. Damit verhinderst du Schimmel.
Anleitung: Innenwand dämmen mit Vorsatzschale
Rechne mit 2 bis 5 Tagen für eine durchschnittliche Zimmerwand, je nach Tempo.
Werkzeug und Material:
- Bohr-/Schraubmaschine, Wasserwaage, Maßband, Bleistift
- Dämmstoffmesser oder Säge, Kartuschenpistole, Tacker (für die Folie)
- Holzlatten (z. B. 44 x 69 mm) oder Metallprofile
- Mineralwolle (Glas- oder Steinwolle) in der richtigen Dicke
- Dampfbremsfolie plus dampfdichtes Klebeband
- Gipsplatten (12,5 mm) und Gipsplattenschrauben
- Dichtstoff/Bauschaum oder Quellband für die Ränder
Die Schritte:
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Zeichne die Linie an. Setz auf Boden und Decke eine Linie parallel zur Wand. Berücksichtige die Dicke von Dämmung + Latte + Gipsplatte. So weißt du genau, wie viel Platz du abgibst.
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Prüfe die Wand. Feucht? Erst die Ursache lösen. Niemals über eine nasse Wand dämmen, das schließt die Feuchtigkeit erst recht ein.
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Setz die Lattung. Schraub die Latten an die Wand, meist im Achsabstand von 60 cm (passt zur Breite von Dämmung und Gipsplatte). Dichte die Anschlüsse an Boden, Decke und Seitenwänden ab, damit es luftdicht ist.
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Füll mit Dämmung. Schneide die Mineralwolle eine Spur zu groß, sodass sie klemmfest zwischen die Latten fällt. Keine Ritzen, keine Löcher. Ritzen = Wärmebrücken.
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Bring die Dampfbremsfolie an. Tacker die Folie über die ganze Fläche auf der Raumseite. Lass die Bahnen überlappen und klebe alle Nähte und Ränder luftdicht ab. Schneide bei Steckdosen kreuzweise ein und klebe auch dort ab.
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Schraub die Gipsplatten fest. Platte an Platte, fest auf die Latten. Lass ein paar Millimeter Abstand zu Boden und Decke.
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Verputzen. Nähte spachteln, schleifen und danach tapezieren oder streichen.
Bei PIR-Platten überspringst du Schritt 4 und 5: du verklebst oder schraubst die Platten direkt und nutzt die Aluschicht plus Klebeband als Dampfbremse.
Worauf achten und welche Stolperfallen
Wärmebrücken. Eine Wärmebrücke ist eine Stelle, an der die Kälte doch nach innen dringt, zum Beispiel am Anschluss zu Boden, Decke oder einer Zwischenwand, die nicht mitgedämmt ist. Dort bekommst du Kondenswasser und Schimmel. Dämm ein Stück an angrenzenden Wänden und an der Decke mit, um das zu begrenzen.
Steckdosen und Schalter. Die sitzen jetzt in der alten Wand, aber deine neue Wand kommt davor. Du musst sie nach vorn verlegen, in die Gipsplatte. Plan das vorher und sorg dafür, dass jede Durchführung luftdicht durch die Dampfbremse geht.
Platzverlust. Eine Vorsatzschale kostet schnell 8 bis 15 cm pro Wand. In einem kleinen Zimmer summiert sich das. PIR spart hier.
Lüftung. Ein gut gedämmtes und luftdichtes Haus muss ausreichend lüften, sonst bleibt Feuchtigkeit drin hängen. Öffne Lüftungsschlitze oder überleg dir eine mechanische Lüftung. Dämmen ohne Lüften gibt trotzdem Schimmel.
Erst Feuchtigkeit lösen. Durchschlagende oder aufsteigende Feuchtigkeit in der Wand? Erst angehen. Dämmung darüber verbirgt das Problem nur vorübergehend.
Was kostet es, eine Wand zu dämmen in 2026?
Die Preise unten sind Richtwerte für Material (selbst machen) gegenüber einer kompletten Ausführung durch einen Betrieb (inklusive Arbeit und Verputzen, ohne MwSt.). Quelle: Preisindikationen von Dämmstofflieferanten und Handwerkerplattformen, Stand 2026.
| Posten | Selbst machen (Material/m²) | Machen lassen (inkl. Arbeit/m²) |
|---|---|---|
| Vorsatzschale mit Mineralwolle | 25 bis 45 Euro | 130 bis 190 Euro |
| PIR-Platten (inkl. Bekleidung) | 40 bis 60 Euro | 140 bis 200 Euro |
| Kerndämmung (zum Vergleich) | n. v. (Fachbetrieb) | 15 bis 35 Euro |
Für ein Reihenendhaus mit rund 35 m² Außenwand rechnet die Verbraucherzentrale grob 1.700 Euro, wenn du es selbst machst, gegenüber etwa 6.500 Euro mit einem Betrieb. Die jährliche Ersparnis wird auf grob 260 Euro geschätzt. Selbst machen rechnet sich also schneller, aber dann gehst du der Förderung verlustig (siehe unten).
Förderung für Wanddämmung in 2026
Wichtig und oft falsch erklärt: für die Innendämmung einer Außenwand kannst du im Prinzip eine Förderung bekommen, denn die Innendämmung der Fassade gilt als Fassadendämmung. Aber daran hängen harte Bedingungen:
- Mindest-Rd-Wert 3,5 für die Fassadendämmung (Innen- oder Außenseite der Außenwand).
- Mindestens 10 m² dämmen, Förderung bis maximal 170 m².
- Ein anerkannter Bau- oder Installationsbetrieb muss die Arbeit ausführen. Machst du es komplett selbst, bekommst du keine Förderung.
- Förderbetrag 2026: etwa 20,25 Euro pro m² für Fassadendämmung, plus rund 6 Euro pro m² Bonus bei biobasiertem Material.
- Das Material muss auf der offiziellen Förderliste stehen. Prüf das vor dem Kauf.
- Du beantragst die Förderung innerhalb von 24 Monaten nach der Ausführung.
Achte auf diese Stolperfalle: Trennwände und echte Innenwände (Wände zwischen zwei beheizten Räumen) kommen nicht infrage. Eine Förderung gibt es nur für das Dämmen der Außenhülle. Zum Vergleich: Kerndämmung hat eine niedrigere Anforderung (Rd ≥ 1,1) und einen niedrigeren Betrag (rund 5,25 Euro pro m²).
Bist du unsicher, ob deine Arbeit infrage kommt? Nutz einen Förderrechner oder prüf die aktuellen Bedingungen bei deiner zuständigen Förderstelle und der Verbraucherzentrale.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich eine Wand selbst dämmen oder muss das ein Betrieb machen?
Innendämmung mit einer Vorsatzschale oder PIR-Platten kannst du gut selbst machen, wenn du ein bisschen handwerklich geschickt bist. Der einzige Grund, einen Betrieb zu beauftragen, ist die Förderung: die bekommst du nur bei Ausführung durch einen anerkannten Betrieb. Kerndämmung lässt du immer von einem Fachbetrieb machen.
Brauche ich immer eine Dampfbremsfolie?
Bei Innendämmung einer Außenwand: ja. Ohne Dampfbremse auf der warmen Seite bekommst du fast sicher Kondenswasser, feuchte Dämmung und Schimmel. Verwendest du PIR-Platten mit einer dampfdichten Aluschicht und klebst alle Nähte sauber ab, dann bildet diese Schicht selbst die Dampfbremse.
Wie dick muss die Dämmung sein?
Für eine gute Dämmung und eine Förderung zielst du auf Rd 3,5. Das sind etwa 80 mm PIR oder 125 mm Mineralwolle. Willst du es wärmer und hast Platz, dann geh auf 100 mm PIR (Rd ~4,5) oder dicker.
Was ist der Unterschied zwischen Innenwand und Kerndämmung?
Bei der Kerndämmung wird der Hohlraum zwischen zwei bestehenden Mauern aufgefüllt, von außen eingeblasen, günstig und ohne Platzverlust. Bei der Innenwanddämmung baust du an der Innenseite eine dämmende Wand davor, aufwändiger und mit Platzverlust, aber möglich, wenn es keinen Hohlraum gibt.
Bekomme ich Schimmel vom Innenwand dämmen?
Nur wenn du es falsch machst: eine fehlende oder undichte Dampfbremse, Ritzen in der Dämmung (Wärmebrücken), zu wenig Lüftung oder Dämmen über eine schon feuchte Wand. Machst du die Dampfbremse luftdicht und lüftest gut, dann verhinderst du Schimmel sogar.
Wie viel spare ich mit einer Wanddämmung?
Das Dämmen der Außenwände eines durchschnittlichen Hauses bringt laut Verbraucherzentrale grob 200 bis 300 Euro Ersparnis pro Jahr, plus ein wärmeres und behaglicheres Zuhause. Die genaue Ersparnis hängt von deiner aktuellen Dämmung, der Fläche und deinem Heizverhalten ab.
Bereit, deine Energierechnung zu pulverisieren? Eine Wand zu dämmen ist eine der klügsten Arbeiten, die du dieses Jahr machst: wärmeres Haus, niedrigere Rechnung, schneller zurückverdient, als du denkst. Willst du wissen, wo du am meisten sparst und in welcher Reihenfolge du dein Haus angehst? Dann schau auf Energie Verpulveraar und mach den ersten Schritt. Viel Erfolg bei der Arbeit, Fred.


