Ein Schleppdach ist die einfachste Form einer überdachten Außenanlage. Offen an einer oder mehreren Seiten, mit einem geneigten Dach auf Pfosten — ideal für Brennholz, Gartengeräte, Fahrräder oder als überdachter Arbeitsplatz.
Und das Beste: Ein Schleppdach ist in einem Tag zu bauen.
Was ist ein Schleppdach?
Ein Schleppdach (auch: Carport, Pultdach-Überdachung oder offener Schuppen) ist ein Gebäude mit Dach auf Pfosten, das an einer oder mehreren Seiten offen bleibt.
Typische Verwendungszwecke:
- Brennholzlager — offene Seiten für optimale Belüftung, Holz trocknet schneller
- Fahrradstellplatz — geschützt vor Regen, zugänglich
- Gartengerätelager — ohne Tür, schneller Zugriff
- Überdachter Arbeitsplatz — Tisch, Werkzeug, Schutz vor Sonne und Regen
Selbst Bauen vs. Fertigkaufen vs. Handwerker
Selbst Bauen (2×3 m)
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Pfosten 4x (10x10cm oder 12x12cm UC4) | €60 – €100 |
| Pfetten/Träger | €50 – €90 |
| Sparren/Kepers | €40 – €70 |
| Dachabdeckung (Stahl-Wellblech) | €40 – €80 |
| Beton für Fundamentlöcher | €30 – €50 |
| Schrauben, Balkenschuhe | €30 – €50 |
| **Gesamt** | **€250 – €440** |
Bei 8–10 Stunden Arbeit und €1.500 Ersparnis gegenüber dem Handwerker ergibt das einen effektiven Stundenlohn von €150–€190.
Fertige Schleppdach-Bausätze
| Typ | Preis |
|---|---|
| Einfacher Holzbausatz 1,5x2m | €150 – €300 |
| Fahrradüberdachung 2x3m | €400 – €800 |
| Carport Bausatz 3x5m | €800 – €2.000 |
Nachteile: Standardmaße, dünnes Material, Montage trotzdem nötig.
Handwerker Beauftragen (2×3 m)
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Material | €250 – €440 |
| Arbeit (20–40 Std. à €45–75) | €900 – €3.000 |
| Anfahrt + Aufschlag | €150 – €350 |
| **Gesamt** | **€1.300 – €3.790** |
Ersparnis beim Selbstbau: €1.050 – €3.350
Schritt 1: Planung und Standort
Standort wählen:
- Windrichtung beachten: offene Seite vom Hauptwind abgewandt
- Ausreichend Neigung für Regenwasserablauf einplanen
- Für Brennholz: gute Belüftung wichtiger als Windschutz
Dachneigung festlegen:
- Für Wellblech oder Bitumenschindeln: mindestens 10–15%
- Für Polycarbonat: mindestens 5%
- Für EPDM: mindestens 2%
Höhe bestimmen:
- Für Fahrräder und Gartengeräte: 2,0–2,2 m lichte Höhe
- Für Fahrzeuge (Carport): mindestens 2,4 m
Baugenehmigung:
Schleppdächer bis 15 m² sind in den meisten Bundesländern im Hintergartenbereich genehmigungsfrei. Prüfe deine lokalen Vorschriften.
Schritt 2: Fundament und Pfosten
Pfosten eingegraben (beste Stabilität):
- Löcher 60–80 cm tief graben
- Schnellbeton einfüllen
- Pfosten senkrecht einsetzen (Wasserwaage in 2 Richtungen!)
- Diagonale Stützen anbringen bis Beton hart ist
- 24–48 Stunden aushärten
Pfosten auf Pfostenfüßen (einfachste Methode):
Metallene Pfostenfüße auf vorhandenem Betonfundament verschrauben. Schnell, sauber, reversibel.
Wichtig: Immer druckimprägniertes Holz UC4 für Bodenkontakt. Unbehandeltes Holz fault innerhalb von 3–5 Jahren.
Schritt 3: Dachrahmen Bauen
Der Dachrahmen besteht aus den Pfetten (horizontal) und den Sparren (geneigt).
Pultdach (ein geneigtes Dach):
- Vordere Pfosten höher als hintere Pfosten (Neigung einbauen)
- Pfetten auf die Pfostenoberseiten aufschrauben
- Sparren (4,5x7cm, Abstand 60 cm) von vorne nach hinten verlegen
Baureihenfolge:
- Pfette an der hohen Seite befestigen
- Pfette an der niedrigen Seite befestigen
- Sparren auflegen und verschrauben (Balkenschuhe empfohlen)
- Sparren exakt parallel ausrichten
Schritt 4: Dachabdeckung Aufbringen
Wellblech (am günstigsten):
- Preis: €4–8 pro m²
- Einfach zu verlegen, leicht, langlebig
- Von unten nach oben verlegen, Überlappung von 1,5 Wellen
- Mit Wellblechschrauben (mit Dichtgummis!) befestigen
Polycarbonat (wenn Licht wichtig ist):
- Preis: €15–30 pro m²
- Transluzent — Tageslicht kommt durch
- Kanäle in Gefällerichtung verlegen
- Ausdehnungsspalte einhalten (Polycarbonat dehnt sich aus)
EPDM (dauerhafteste Option):
- Preis inkl. OSB-Schalung: €18–28 pro m²
- Lebensdauer 30–50 Jahre
- OSB-Schalung auf Sparren, dann EPDM aufkleben
Schritt 5: Wände und Abschlüsse
Rückwand (empfohlen):
Eine geschlossene Rückwand schützt vor Wind und Regen von hinten. OSB-Platten + Außenfarbe oder Stülpschalung.
Seitenwände (optional):
Je nach Verwendungszweck offen lassen oder teilweise schließen. Für Brennholzlager: offen lassen für maximale Belüftung.
Dachrinne:
An der niedrigen Dachabkante eine Dachrinne befestigen — leitet Regenwasser geordnet ab.
Holzbehandlung:
Alle sichtbaren Holzteile mit Außenlasur oder Farbe behandeln. Alle 4–6 Jahre erneuern.
Die 4 Häufigsten Fehler beim Schleppdach
1. Zu wenig Dachneigung
Wellblech ohne ausreichende Neigung (unter 10%) hält Wasser. Nach einigen Jahren Rost und Undichtigkeit.
2. Pfosten nicht tief genug
Ein Pfosten mit 40 cm Tiefe kippt bei Sturm. Mindestens 60 cm, bei höheren Konstruktionen 80 cm.
3. Kein Belüftungskonzept beim Brennholzlager
Holz muss Luft bekommen. Seitenwände offen lassen oder Lattenverkleidung mit Abstand wählen.
4. Wellblechschrauben ohne Dichtung
Normale Schrauben in Wellblech = Leckage. Immer spezielle Wellblechschrauben mit Dichtgummi verwenden.
Häufig Gestellte Fragen
Wie groß darf ein Schleppdach ohne Genehmigung sein?
In den meisten Bundesländern bis 15 m² im Hintergartenbereich genehmigungsfrei. Je nach Bundesland und Lage können strengere Regeln gelten.
Welches Dach ist am einfachsten für ein Schleppdach?
Stahl-Wellblech ist das einfachste, günstigste und schnellste Material. Montiert in 1–2 Stunden für ein 2×3 m Dach.
Kann ich ein Schleppdach ans Haus anbauen?
Ja. Die rückseitige Pfette wird an der Hauswand mit geeigneten Dübeln befestigt. Dann braucht du nur 2 statt 4 Pfosten.
Wie lange hält ein Schleppdach?
Mit druckimprägniertem Holz für die Pfosten und regelmäßigem Anstrich: problemlos 25–40 Jahre.
Kann ich auch ein Carport als Schleppdach bauen?
Ja, das Prinzip ist dasselbe — nur größer. Für ein Auto mindestens 3 x 5 m und 2,4 m Höhe. Ab 30 m² sind Statikberechnungen empfohlen.
Fazit: Ein Schleppdach Baust Du an Einem Tag
Ein Schleppdach ist das schnellste Bauprojekt im Garten. Vier Pfosten, ein Dachrahmen, Wellblech drauf — und du hast eine überdachte Fläche für alles, was Schutz braucht.
Mit einem guten Bauplan weißt du genau, was du brauchst und wie du vorgehst.
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