Eine Einfahrt anlegen zu lassen kostet durchschnittlich €70–130 pro m² inklusive Materialien und Arbeitskosten. Machen Sie es selbst, zahlen Sie nur die Materialkosten: €20–60 pro m² je nach Typ. Bei einer Standardeinfahrt von 30 m² spart das €1.500–2.100 an Arbeitskosten. Gleichzeitig ist das Anlegen einer Einfahrt technisch anspruchsvoller als eine Terrasse, wegen der höheren Belastung durch Fahrzeuge. Ein solider Unterbau ist hier unerlässlich. In diesem Artikel erfahren Sie alles über Materialwahl, Unterbau, Kosten und Bauplan.
Was kostet das Anlegen einer Einfahrt? Selbst machen vs. ausführen lassen
Kostenübersicht
| Methode | Materialkosten | Arbeitskosten | Gesamt pro m² |
|---|---|---|---|
| Selbst machen — Pflastersteine | €18–28 | €0 | €18–28 |
| Selbst machen — Kies | €8–15 | €0 | €8–15 |
| Selbst machen — Beton | €25–40 | €0 | €25–40 |
| Ausführen lassen — Pflastersteine | €18–28 | €45–60 | €63–88 |
| Ausführen lassen — Kies | €8–15 | €30–40 | €38–55 |
| Ausführen lassen — Beton | €25–40 | €50–70 | €75–110 |
Rechenbeispiel: Einfahrt von 30 m² mit Pflastersteinen
- Selbst machen: ca. €600–900
- Ausführen lassen: ca. €1.900–2.700
- Ersparnis: €1.300–1.800
Wann lohnt sich Selbermachen?
Eine Kieseinfahrt ist die DIY-freundlichste Option: graben, Kiesschicht aufbringen, fertig. Pflastersteine erfordern mehr Zeit und Präzision, sind aber gut machbar. Beton gießen ist technisch anspruchsvoller — Sie brauchen einen Mischer und das Arbeiten muss zügig gehen. Rechnen Sie mit 2–3 Wochenenden für eine Pflastereinfahrt von 30 m².
Welches Material wählen Sie für Ihre Einfahrt?
| Material | Preis pro m² | Belastbarkeit | Pflege | Wasserabführung |
|---|---|---|---|---|
| Betonpflastersteine | €18–28 | Ausgezeichnet | Gering | Gut (über Fugen) |
| Kies | €8–15 | Gut | Gering (nachschütten) | Ausgezeichnet |
| Beton | €25–40 | Ausgezeichnet | Gering (keine Fugen) | Mäßig (Abfluss nötig) |
| Großformatige Platten | €22–45 | Gut | Gering | Mittel |
| Gebundener Kies/Splitt | €20–35 | Gut | Gering | Gut |
Pflastersteine sind die beliebteste Wahl für eine Einfahrt. Sie sind robust, bei etwaigen Reparaturen wiederverwendbar und sehen ordentlich aus. Nachteil: der Arbeitsaufwand beim Verlegen.
Kies ist die günstigste Option und am besten wasserdurchlässig (vorteilhaft für Kanalisation und Boden). Nachteil: Kies wird nach außen gefahren, muss jährlich nachgefüllt werden und ist bei einer steilen Einfahrt weniger geeignet.
Beton ist robust und wartungsarm, aber bei Rissen schwer selbst zu reparieren. Zudem nicht wasserdurchlässig — ein guter Abfluss ist nötig.
Materialliste
| Material | Menge (für 30 m²) | Preisindikation |
|---|---|---|
| Betonpflastersteine (21×10,5 cm) | 30 m² + 5% | €540–840 |
| Mineralgemisch 0/32 (Unterbau) | 3.000–4.500 kg | €75–120 |
| Brechsand (Bettungsschicht) | 1.200 kg | €40–60 |
| Bordsteine | 22–25 m | €80–120 |
| Fugensand | 75–100 kg | €15–25 |
| Unkrautvlies (optional) | 32 m² | €30–45 |
| Rüttelplatte (Mietgerät) | 2 Tage | €60–100 |
| Steinsäge (Mietgerät, 1 Tag) | 1 Tag | €50–80 |
Bauplan: Einfahrt anlegen (Schritt für Schritt)
Schritt 1 — Planung und Ausmessen
Die Einfahrt genau ausmessen. Die Richtung der Wasserabführung festlegen (weg von Garage und Haus). Auch prüfen, ob im Boden Kabel oder Leitungen verlegt sind — vor dem Graben eine Leitungsauskunft einholen (in Deutschland: Kabelpläne beim Versorgungsunternehmen anfragen).
Schritt 2 — Boden ausheben
Den Boden bis zur richtigen Tiefe ausheben. Für eine mit Fahrzeugen befahrbare Einfahrt mit Pflastersteinen gilt:
- 20 cm Mineralgemisch (Tragschicht)
- 5 cm Brechsand (Bettungsschicht)
- Dicke des Pflastersteins (7–8 cm)
= Gesamttiefe ca. 32–33 cm
Alles organische Material entfernen (Wurzeln, Rasen, Humusschicht). Leichtes Gefälle zur Straße hin anlegen: mindestens 1–2 cm pro Meter.
Schritt 3 — Randeinfassung setzen
Betonbordsteine entlang der Seiten in den Boden einsetzen. Fundament der Bordsteine: 10 cm Beton oder festes Sand-Zement-Gemisch. Dies hält die Einfahrt an beiden Seiten auf ihrem Platz. Mit Wasserwaage und Richtschnur kontrollieren.
Schritt 4 — Tragschicht aufbringen und verdichten
15–20 cm Mineralgemisch einbringen und in zwei Lagen mit der Rüttelplatte verdichten. Verdichtung ist entscheidend: ohne verdichtetes Tragmaterial sackt die Einfahrt im Laufe der Zeit. Nach der Verdichtung ist die Schicht ca. 15 cm dick.
Schritt 5 — Bettungsschicht aufbringen
3–5 cm Brechsand aufbringen. Mit einem Abziehlehre (gerader Aluminiumlatte) glätten. Gefälle mit der Wasserwaage über die volle Breite kontrollieren. Nach dem Glätten nicht mehr betreten.
Schritt 6 — Pflastersteine verlegen
Pflastersteine im gewünschten Verband verlegen (Läuferverband, Fischgrätverband oder Kreuzverband). Beim Giebel oder am niedrigsten Rand beginnen. Pflastersteine mit einem Fugenabstand von 2–4 mm verlegen. Mit einem Gummihammer leicht in den Sand klopfen. Pflastersteine mit der Steinsäge auf Maß schneiden.
Schritt 7 — Verdichten und Verfugen
Die Pflastereinfahrt mit der Rüttelplatte verdichten (Schutzgummiauflage unter die Platte legen, um die Pflastersteine nicht zu beschädigen). Anschließend Fugensand in die Fugen einschlämmen und erneut verdichten. Wiederholen, bis die Fugen voll sind.
Schritt 8 — Abschlussarbeiten
Restlichen Sand von der Oberfläche entfernen. Die Fugen nach 2–3 Wochen kontrollieren und auffüllen. Optional mit einem Imprägnierungsmittel behandeln für dauerhaften Schutz.
Häufige Fehler
| Fehler | Folge | Lösung |
|---|---|---|
| Zu wenig ausgehoben | Einfahrt zu hoch, Bordsteine nicht korrekt | Immer mindestens 30–35 cm Tiefe |
| Tragschicht nicht verdichtet | Einfahrt sackt nach einigen Monaten | Mindestens zwei Durchgänge mit Rüttelplatte |
| Keine Leitungsauskunft eingeholt | Kabel oder Leitung getroffen | Immer vor dem Graben Leitungsauskunft einholen |
| Einfahrt läuft zum Haus | Wasser fließt in Garage/Wohnhaus | Immer zur Straße hin entwässern |
| Keine Randeinfassung | Pflastersteine verschieben sich | Randeinfassung ist Pflicht bei einer Einfahrt |
| Falscher Sandtyp | Instabile Bettungsschicht | Brechsand verwenden, keinen Flusssand |
Genehmigung: Brauche ich eine?
Für das Anlegen einer Einfahrt beim eigenen Haus ist keine Baugenehmigung erforderlich, solange es sich um eine Fläche auf eigenem Grundstück handelt. Was Sie jedoch benötigen, ist eine Ausfahrtsgenehmigung der Gemeinde, wenn Sie eine neue Anbindung an die öffentliche Straße schaffen oder eine bestehende verändern. Dies ist ein einfacher Antrag oder eine Mitteilung bei der Gemeinde und kostet in der Regel €0–€150.
Prüfen Sie auch, ob Ihr Grundstück in einem Denkmalschutzbereich liegt — dann können zusätzliche Regeln gelten.
Fazit
Eine Einfahrt anzulegen ist eine aufwändige, aber machbare DIY-Arbeit. Die Ersparnis bei einer Einfahrt von 30 m² beläuft sich auf bis zu €1.800. Wählen Sie Pflastersteine für Haltbarkeit und Optik, Kies für die niedrigsten Kosten und maximale Wasserversickerung, oder Beton für ein wartungsarmes Ergebnis. Der Unterbau bestimmt die Qualität: mindestens 20 cm verdichtetes Mineralgemisch und korrektes Gefälle anlegen.
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