Gefälle ist eine leichte Neigung, die in eine Oberfläche eingebaut wird, damit Wasser zu einem gewünschten Punkt abfließt. Ohne Gefälle bleibt Wasser auf flachen Oberflächen wie Flachdächern, Balkonen, Terrassen und Garagenböden stehen. Stehendes Wasser verursacht Undichtigkeiten, Algenwachstum und beschleunigten Verschleiß.
Wie viel Gefälle ist nötig?
| Oberfläche | Mindestgefälle |
|---|---|
| Flachdach | 1,5-2 % (1,5-2 cm pro Meter) |
| Balkon/Terrasse | 1-2 % |
| Garagenboden | 1-1,5 % |
| Dusche | 1-2 % Richtung Abfluss |
| Fensterbank | 3-5 % (vom Gebäude weg) |
| Dachrinne | 3 mm pro laufenden Meter |
Gefälle herstellen
Auf einem Flachdach
- Gefälledämmplatten (PIR) — Dämmplatten mit eingebautem Gefälle. Die Dicke variiert über die Platte (dick auf einer Seite, dünn auf der anderen). Am häufigsten bei Neubauten verwendet.
- Schräg gesägte Balken — Die Dachbalken werden schräg gesägt, sodass die Dachschalung automatisch Gefälle hat.
- Sandbett — Bei Renovierung: eine Schicht Sand oder Leichtbeton mit Gefälle unter der Dachabdichtung.
Auf einem Betonboden (Garage)
- Das Gefälle wird in die Betonplatte gegossen: die Schalung an der Türseite etwas niedriger setzen.
- Oder nachträglich: eine Schicht Ausgleichsmörtel mit Gefälle.
Auf einer Holzterrasse oder einem Terrassenbelag
- Die Tragbalken auf leicht unterschiedlichen Höhen platzieren.
Häufige Fehler
- Kein Gefälle beim Flachdach — Wasser steht, beschleunigt den Verschleiß von EPDM/Bitumen, Risiko von Undichtigkeiten
- Gefälle in die falsche Richtung — Wasser läuft zur Wand statt zur Rinne
- Zu wenig Gefälle — Im Laufe der Zeit kann die Durchbiegung der Konstruktion das minimale Gefälle zunichtemachen
Verwandte Begriffe
- Flachdach
- EPDM
- Dachrinne
- PIR-Dämmung
- Dehnungsfuge
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