Mönch und Nonne sind zwei zusammengehörige halbrunde Dachziegel: Die Nonne ist der breitere Unterziegel, der mit der hohlen Seite nach oben liegt, der Mönch ist der schmalere Oberziegel, der gewölbt darüber die Fugen abdeckt. Zusammen bilden sie eine der ältesten Dacheindeckungen Europas, unmittelbar abgeleitet von der römischen tegula und imbrex.
Die Namen spielen auf die Silhouetten an: die breite, zurückhaltende Nonne mit der gebogenen Kapuze des Mönchs darüber.
Wie die Deckung funktioniert
Die Nonnen liegen nebeneinander auf den Dachlatten und bilden flache Rinnen, die das Wasser nach unten führen. Auf die Ränder zweier benachbarter Nonnen kommt der Mönch, der die Fuge dazwischen abdeckt. Das Wasser, das auf den Mönch fällt, läuft links und rechts in die Nonnen. So entsteht die stark gerippte Dachlandschaft, die schon von weitem erkennbar ist.
Beide Ziegel haben oben eine Nase, mit der sie über die Latte greifen. Sie sind unglasiert oder glasiert; der klassische Terrakottaton ist typisch für den Mittelmeerraum.
Worauf zu achten ist
- Dachneigung. Die erforderliche Neigung unterscheidet sich erheblich nach Land und Ausführung. In Deutschland gilt für diese Deckung eine Regeldachneigung von etwa 40 Grad, mit einer Untergrenze um 34 Grad, sofern ein regensicheres Unterdach vorhanden ist. In Italien, Spanien, Frankreich und Portugal werden vergleichbare Halbschalen auf deutlich flacheren Dächern verlegt, in der Größenordnung von 20 Grad. Maßgebend ist immer die Herstellerangabe zum gewählten Ziegel
- Unterdach. Bei flacher Neigung und bei ausgebauten Räumen darunter ist ein regensicheres, diffusionsoffenes Unterdach notwendig. Die Deckung selbst ist bei Flugschnee und Schlagregen nicht dicht
- Überdeckung. Die Ziegel überdecken sich in der Länge; eine Größenordnung von rund 80 mm ist üblich, verbindlich ist das Produktdatenblatt
- Gewicht. Ein Mönch-Nonne-Dach ist schwer, weil zwei Ziegellagen übereinanderliegen. Beim Wechsel von einer leichteren Deckung muss der Dachstuhl nachgewiesen werden
- Befestigung. Auf steilen Dächern und in windbelasteten Lagen werden die Ziegel mechanisch befestigt oder in Mörtel verstrichen. Ein bloßes Auflegen genügt in unserem Klima nicht
- Denkmalschutz. Eine Änderung der Deckung an einem Baudenkmal ist genehmigungspflichtig
Verwandte Begriffe
- Dachziegel
- Hohlziegel
- Dachlatte
- Konterlattung
- Dachneigung
- Unterdach
- Denkmalschutz
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