Ein Zentralbau ist ein Gebäude, dessen Grundriss symmetrisch um einen zentralen Mittelpunkt organisiert ist. Im Gegensatz zum Längsbau, bei dem eine Achse dominiert, sind beim Zentralbau alle Achsen gleichwertig. Typische Grundrissformen sind der Kreis, das Quadrat, das Achteck oder das griechische Kreuz.
Merkmale und Geschichte
Das wesentliche Merkmal eines Zentralbaus ist die Gleichwertigkeit aller Raumrichtungen vom Mittelpunkt aus. Der zentrale Raum wird häufig von einer Kuppel oder Laterne bekrönt, die das Zentrum betont und natürliches Licht einlässt.
Der Zentralbau hat eine lange Geschichte. In der römischen Architektur ist das Pantheon in Rom das bekannteste Beispiel: ein kreisrunder Bau mit einer mächtigen Kuppel. In der frühchristlichen und byzantinischen Architektur dienten Zentralbauten als Baptisterien und Märtyrerkirchen.
Während der Renaissance erlebte der Zentralbau eine Blütezeit. Architekten wie Brunelleschi, Bramante und Leonardo da Vinci betrachteten den zentralen Grundriss als die vollkommenste Bauform, da Kreis und Quadrat als göttliche Geometrie galten. Bramantes ursprünglicher Entwurf für den Petersdom in Rom war ein reiner Zentralbau.
Anwendung
Im Kirchenbau steht der Zentralbau dem basilikalen Längsbau gegenüber. Während eine Basilika den Blick entlang des Langhauses zum Altar führt, lenkt ein Zentralbau die Aufmerksamkeit auf die Mitte des Raumes.
Außerhalb der Sakralarchitektur findet sich der Zentralbau bei Pavillons, Mausoleen, Konzertsälen und Regierungsgebäuden. In der modernen Architektur wird das Prinzip dort eingesetzt, wo ein gleichwertiger Zugang aus allen Richtungen erwünscht ist, etwa bei runden Museumssälen oder Versammlungsräumen.
Verwandte Begriffe
- Kuppel
- Basilika
- Kreuzkirche
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