Was ist Tragfähigkeit?
Tragfähigkeit ist die maximale Last oder das maximale Gewicht, das eine Konstruktion, ein Bauteil oder ein Baugrund tragen kann, bevor Versagen oder unzulässige Verformung eintritt. Sie wird in Kilonewton (kN), Kilogramm (kg) oder als Belastung pro Fläche (kN/m²) angegeben.
Was bestimmt die Tragfähigkeit?
Die Tragfähigkeit hängt ab von:
- Materialeigenschaften — Druck-, Zug- und Biegefestigkeit
- Geometrie — Dicke, Breite, Höhe und Spannweite
- Verbindungen — Anschlüsse zwischen Bauteilen
- Baugrund — bei Fundamenten zählt die Bodenqualität
Anwendung
Der Begriff Tragfähigkeit spielt in fast jedem bauphysikalischen Vorgang eine Rolle:
- Decken — eine Wohnzimmerdecke muss mindestens 1,5 kN/m² (≈ 150 kg/m²) tragen können
- Rammpfähle — ein Betonpfahl hat eine Tragfähigkeit von beispielsweise 500–2000 kN
- Fundament — der Baugrund muss die Gebäudelast aufnehmen können
- Balken und Träger — Stahlprofile werden nach Tragfähigkeit und Durchbiegung gewählt
Berechnung
Die Tragfähigkeit wird mittels Grenzzustandsberechnung nach dem Eurocode ermittelt. Dabei werden berücksichtigt:
- Eigenlasten — Eigengewicht der Konstruktion
- Nutzlasten — Personen, Möbel, Schnee, Wind
- Außergewöhnliche Lasten — Brand, Erdbeben, Anprall
- Sicherheitsbeiwerte — um Unsicherheiten bei Material und Last auszugleichen
Unterscheidung
- Bemessungstragfähigkeit — gerechneter Wert mit Sicherheitsbeiwert
- Charakteristischer Wert — mittlere Festigkeit aus Versuchen
- Versagenslast — Punkt, an dem die Konstruktion versagt
Verwandte Begriffe
- Belastung
- Versagen
- Konstruktion
- Eurocode
- Fundament
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