Der Tageslichtfaktor (TF) ist eine Kennzahl, die angibt, wie viel Prozent des verfügbaren Tageslichts im Freien an einem bestimmten Punkt im Innenraum ankommt.
Berechnung und Messung
Der Tageslichtfaktor wird als Verhältnis der horizontalen Beleuchtungsstärke an einem Punkt im Raum zur gleichzeitigen Beleuchtungsstärke im Freien bei bedecktem Himmel berechnet. Er wird in Prozent angegeben.
Die Formel lautet:
TF = (E innen / E außen) x 100 %
Ein Tageslichtfaktor von 2 % bedeutet beispielsweise, dass an einem bestimmten Punkt im Raum 2 % des im Freien verfügbaren Lichts ankommen. Der Wert wird bei gleichmäßig bedecktem Himmel gemessen, um direkte Sonneneinstrahlung als Variable auszuschließen.
Einflussfaktoren
Mehrere Faktoren beeinflussen den Tageslichtfaktor:
- Fenstergröße und -position: Größere und höher platzierte Fenster erhöhen den TF.
- Verglasung: Der Lichtdurchlässigkeitsgrad der Verglasung spielt eine entscheidende Rolle.
- Raumtiefe: Je tiefer der Raum, desto geringer der TF in den hinteren Bereichen.
- Oberflächenfarben: Helle Wände und Decken reflektieren das Licht und verbessern den TF.
- Verschattung: Benachbarte Gebäude oder Bäume können den TF deutlich reduzieren.
Anwendung
In der Bauplanung dient der Tageslichtfaktor als wichtige Planungsgröße. Die DIN EN 17037 empfiehlt für Wohnräume einen Tageslichtfaktor von mindestens 2 % auf der Bezugsebene. Für Arbeitsplätze gelten oft höhere Anforderungen.
Architekten und Planer nutzen den Tageslichtfaktor, um Fenstergrößen zu dimensionieren, Grundrisse zu optimieren und den Bedarf an künstlicher Beleuchtung zu minimieren. Ein guter Tageslichteinfall steigert nachweislich das Wohlbefinden und die Produktivität der Nutzer.
Verwandte Begriffe
- Beleuchtungsstärke (Lux)
- Lichtdurchlässigkeit (g-Wert)
- Sonnenschutz
- DIN EN 17037
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