# Was ist ein Stahlrohrpfahl?
**Ein Stahlrohrpfahl (niederländisch: buispaal) ist ein hohlzylindrischer Pfahl aus Stahl, der als Tiefgründungselement durch Rammen, Vibrieren oder Einpressen in den Baugrund eingebracht wird. Er überträgt Bauwerkslasten durch Spitzendruck und Mantelreibung in tragfähige Bodenschichten.**
## Aufbau und Abmessungen
Stahlrohrpfähle bestehen aus geschweißtem oder nahtlos gezogenem Stahlrohr. Typische Abmessungen:
– **Durchmesser:** 300 bis 2.000 mm
– **Wandstärke:** 8 bis 25 mm
– **Länge:** Bis zu 40 Meter (durch Schweißstöße verlängerbar)
– **Stahlgüte:** S355 oder S460 nach DIN EN 10025
### Pfahlspitze
– **Offenes Rohr:** Boden dringt in den Pfahl ein (Bodenpfropf)
– **Geschlossenes Rohr:** Stahlplatte oder Spitze am Fußende
– **Mit Fußverbreiterung:** Für erhöhte Spitzendrucktragfähigkeit
## Vorteile
– Hohe Tragfähigkeit bei geringem Querschnitt
– Schnelle Einbringung durch Rammen oder Vibrieren
– Verlängerbar durch Schweißen vor Ort
– Geeignet für große Tiefen und schwierige Bodenverhältnisse
– Kombinierbar mit Betonverfüllung (Verbundpfahl)
## Anwendung
Stahlrohrpfähle werden bei Brückenfundamenten, Hafenbauwerken, Offshore-Konstruktionen und im Hochbau bei schwierigen Gründungsverhältnissen eingesetzt. Die Bemessung erfolgt nach DIN EN 1993-5 (Stahlpfähle) und DIN EN 1997-1 (Geotechnik). Nach dem Einbringen können offene Pfähle mit Beton verfüllt werden, um die Tragfähigkeit zu erhöhen und Korrosionsschutz zu bieten.
## Verwandte Begriffe
– Rammpfahl
– Vibrationspfahl
– Spundwand
– Pfahlgründung
– Segmentpfahl
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