Ein Speicherbecken (im niederländischen Wasserbau auch als Boezem bekannt) ist ein natürliches oder künstliches Gewässer, das als Zwischenspeicher für Wasser dient. Es nimmt überschüssiges Wasser aus Poldern und Entwässerungsgebieten auf und gibt es kontrolliert an Flüsse oder das Meer ab.
Funktion im Wassermanagement
Das Speicherbecken erfüllt zentrale Aufgaben im Wassermanagement:
- Pufferfunktion – nimmt Niederschlagswasser und Schmelzwasser vorübergehend auf
- Regulierung – ermöglicht die kontrollierte Abgabe bei günstigem Wasserstand
- Hochwasserschutz – verhindert Überschwemmungen durch Zwischenspeicherung
- Wasserversorgung – kann als Reserve für Bewässerung oder Trinkwasser dienen
Bauarten
Je nach Einsatzzweck unterscheidet man verschiedene Typen:
- Natürliche Speicherbecken – bestehende Seen oder Flussauen, die als Puffer genutzt werden
- Künstliche Becken – gezielt angelegte Rückhaltebecken mit Dammkonstruktionen
- Polderspeicher – Sammelbecken in Entwässerungssystemen tiefliegender Gebiete
- Regenrückhaltebecken – im Siedlungsbau zur Entlastung der Kanalisation
Anwendung
Speicherbecken werden in verschiedenen Kontexten geplant und gebaut:
- Hochwasserschutz in Flussgebieten
- Entwässerungssysteme in Küsten- und Poldergebieten
- Regenwassermanagement in Neubaugebieten
- Bewässerungssysteme in der Landwirtschaft
Die Planung erfordert hydrologische Berechnungen, geotechnische Untersuchungen und eine wasserrechtliche Genehmigung. Die Dichtung des Beckens erfolgt durch natürliche Tonschichten oder künstliche Abdichtungen.
Verwandte Begriffe
- Regenrückhaltebecken
- Polder
- Hochwasserschutz
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