# Was ist ein Segmentpfahl?
**Ein Segmentpfahl (niederländisch: buissegmentpaal) ist ein Tiefgründungselement, das aus vorgefertigten Betonrohrsegmenten besteht. Die einzelnen Segmente werden auf der Baustelle übereinander gestapelt und mittels hydraulischer Pressen geräuscharm in den Boden gedrückt.**
## Aufbau
Der Segmentpfahl besteht aus mehreren zylindrischen Betonfertigteilen:
– **Segmentlänge:** Typisch 330 bis 500 mm je Element
– **Außendurchmesser:** 290 bis 460 mm
– **Wandstärke:** 60 bis 80 mm
– **Material:** Hochfester Beton (C55/67 oder höher)
– **Verbindung:** Passgenaue Steckverbindung oder Nut-Feder-System
### Pfahlfuß
Am unteren Ende wird ein massiver Betonfuß oder eine Stahlspitze montiert, die das Einpressen erleichtert und die Spitzendrucktragfähigkeit sicherstellt.
## Einbringverfahren
Das Einpressen erfolgt durch eine hydraulische Presse, die sich am Eigengewicht einer Ballastierung oder am Maschinengewicht abstützt. Die Segmente werden nacheinander aufgesetzt und eingepresst, bis die erforderliche Tiefe oder Tragfähigkeit erreicht ist.
### Vorteile gegenüber konventionellen Pfählen
– **Geräuscharm:** Kein Rammen, daher ideal in bewohnten Gebieten
– **Vibrationsarm:** Keine Erschütterungen an Nachbargebäuden
– **Flexible Länge:** Pfahllänge durch Segmentanzahl anpassbar
– **Kompakte Geräte:** Einsatz auch bei beengten Platzverhältnissen
## Anwendung
Segmentpfähle werden vorwiegend im Wohnungsbau und bei Anbauten eingesetzt, wo Erschütterungen und Lärm minimiert werden müssen. Die Tragfähigkeit je Pfahl liegt typisch zwischen 150 und 600 kN. Die Bemessung erfolgt nach DIN EN 1997-1 in Verbindung mit der nationalen Norm. Besonders in den Niederlanden und Norddeutschland ist dieses System bei weichen Böden weit verbreitet.
## Verwandte Begriffe
– Presspfahl
– Stahlrohrpfahl
– Fertigrammpfahl
– Mikropfahl
– Pfahlgründung
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