Ein Schnitt ist eine Zeichnung, auf der ein Gebäude oder Bauteil so dargestellt wird, als sei es an einer bestimmten Stelle aufgeschnitten — damit innerer Aufbau, Höhenmaße und Anschlüsse sichtbar werden. Schnitte gehören neben Grundriss und Ansicht zu den Grundzeichnungen jedes Bauprojekts.
Was zeigt ein Schnitt?
Auf einem guten Schnitt sind mindestens ablesbar:
- Geschosshöhen — lichte Höhe zwischen Fußboden und Decke
- Aufbau von Böden und Dach — Tragwerk, Dämmung, Belag
- Tragwerkselemente — Träger, Stützen, Fundamente
- Anschlüsse — Fenster, Traufe, Dehnungsfuge
- Höhenkoten — relative Maße zum Bezugspunkt (Null)
- Neigungen — Gefälle von Dächern und Rinnen
Arten von Schnitten
In der Bauzeichnung unterscheidet man:
Längsschnitt
Ein Schnitt in der Längsrichtung des Gebäudes, oft entlang der Hauptachse oder des zentralen Flurs.
Querschnitt
Ein Schnitt in der Querrichtung, meist an einer Stelle gelegt, an der möglichst viele unterschiedliche Räume durchquert werden.
Detailschnitt
Ein Teilschnitt in großem Maßstab (1:5, 1:10), der einen Knotenpunkt wie Traufe oder Fensteranschluss zeigt.
Prinzipschnitt
Ein schematischer Schnitt, der den tragenden Aufbau klar macht, ohne vollständige Detaillierung.
Anwendung
Schnitte werden von allen Beteiligten genutzt:
- Architekt — Entwurf und Kommunikation mit dem Bauherrn
- Tragwerksplaner — Ausarbeitung der Berechnungen
- Bauunternehmer — zur Bauausführung
- Baubehörde — für die Genehmigung
- Haustechniker — für die Integration von Leitungen, Kanälen und Heizung
Punkte zu beachten
- Schnittlinie im Grundriss — klar markieren, wo geschnitten wird
- Blickrichtung — Pfeile zeigen, in welche Richtung gesehen wird
- Maßstab — meist 1:50 für Gesamtschnitte, 1:20 oder 1:10 für Details
- Anschlüsse — alle Boden-, Dach- und Fassadenanschlüsse vollständig ausarbeiten
Verwandte Begriffe
- Grundriss
- Ansicht
- Werkplan
- Detail
- Tragwerk
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