Was ist Schiefer?

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Schiefer ist ein metamorphes Gestein, das aus Ton- und Schlammablagerungen entstanden ist und unter Druck und Wärme so umgeformt wurde, dass es entlang einer Ebene in dünne, ebene Platten spaltet. Diese Spaltbarkeit — nicht Farbe oder Härte — ist die Eigenschaft, auf der alle baulichen Anwendungen beruhen.

Das ursprüngliche Sediment wurde in der Erdkruste zusammengepresst, wobei sich die plattigen Minerale (vor allem Tonminerale, die zu Glimmer und Chlorit umgewandelt wurden) alle in dieselbe Richtung ausrichteten. So entsteht die Schieferung, die nicht mit der ursprünglichen Schichtung des Sediments zusammenfallen muss.

Merkmale

  • Spaltbar in dünne Platten, üblicherweise wenige Millimeter bis etwa einen Zentimeter dick.
  • Sehr geringe Wasseraufnahme, wodurch Schiefer frostbeständig ist und auf einem Dach jahrhundertelang halten kann.
  • Die Farbe reicht von blaugrau und schwarz über grün und violett bis rotbraun, je nach Mineralbestand des Ausgangssediments.
  • Bekannte Abbaugebiete sind unter anderem Spanien (Galicien), Wales, die deutsche Eifel- und Moselregion, Thüringen, Portugal und Brasilien.

Anwendungen

  • Dacheindeckung. Die klassische Anwendung: der Dachschiefer. Siehe auch den Artikel zum Schieferdach.
  • Fassadenbekleidung. Senkrecht gehängte Steine auf einer hinterlüfteten Lattung.
  • Böden und Wandplatten. Gespaltene oder gesägte Platte, oft in dickerer Ausführung.
  • Fensterbänke, Sohlbänke und Arbeitsplatten.
  • Historisch auch als Schreibtafel, Billardtischplatte und Grabstein.

Qualität und Norm

Für Schiefer als Dacheindeckung gilt die europäische Norm EN 12326, die Anforderungen unter anderem an Biegefestigkeit, Wasseraufnahme sowie das Verhalten im Thermozyklus- und Schwefeldioxidversuch stellt. Wichtig bei der Auswahl ist der Pyritgehalt: Pyrit (Eisensulfid) im Stein kann unter Feuchtigkeitseinfluss oxidieren und Rostflecken oder sogar Lochfraß verursachen. Auch ein hoher Karbonatgehalt ist ungünstig, weil er unter saurem Regen auslaugt.

Praxistipps

  • Ein Schieferdach nicht betreten. Steine brechen unter Punktlast und sind nass spiegelglatt; von der Leiter mit Dachhaken und mit Absturzsicherung arbeiten.
  • Immer etwas mehr bestellen. Naturschiefer schwankt je Partie in Farbe und Dicke; eine Nachbestellung Jahre später ergibt fast sicher einen Farbunterschied.
  • Nach Norm und Prüfbericht fragen, nicht nur nach dem Preis — dem Aussehen sieht man nicht an, ob ein Stein 30 oder 100 Jahre hält.
  • Am Boden: imprägnieren. Schiefer ist poröser als Granit und nimmt Öl- und Weinflecken auf. Eine farblose Imprägnierung macht den Stein fleckabweisend; regelmäßig wiederholen.
  • Keine sauren Reiniger. Essig- oder Kalklöser greifen die Oberfläche an. Mit einem pH-neutralen Mittel reinigen.
  • Kosten. Schiefer als Boden- oder Wandplatte liegt im Materialpreis grob zwischen einigen zehn und gut hundert Euro pro Quadratmeter, je nach Herkunft, Dicke und Bearbeitung; ein Naturschieferdach ist deutlich teurer als ein Ziegeldach, sowohl im Material als auch in der Arbeit.

Verwandte Begriffe

  • Dachschiefer
  • Schieferdach
  • Schieferhaken
  • Schieferhammer
  • Naturstein
  • Flachziegel
  • Dachneigung

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