Natursteinaustausch ist das Ausbauen eines beschädigten oder verschlissenen Steins und das Einsetzen eines passenden neuen Steins an derselben Stelle. In der Denkmalpflege heißt das teilweise Ersetzen mit einem eingepassten Stück Vierung. Es ist aufwendige Arbeit, denn der neue Stein muss nicht nur im Maß passen, sondern auch in Gesteinsart, Farbe, Lagerrichtung und Oberflächenbearbeitung.
Ersetzen oder reparieren?
- Reparieren liegt nahe bei kleinen Abplatzungen, Rissen und Oberflächenschäden. Dafür gibt es Restauriermörtel, der in Farbe, Korn und Festigkeit auf den Stein abgestimmt wird — bewusst etwas schwächer als der Stein, damit Schäden in der Reparatur und nicht im Original auftreten
- Ersetzen ist nötig bei durchgehenden Rissen, ausgebrochenen tragenden Teilen, durchgehend absandendem Stein oder starkem Salzschaden
- Vorsatzschale oder Plattenvierung ist der Mittelweg, wenn nur die Sichtfläche zerstört ist
Ablauf in Schritten
- Ursache klären. Austausch ohne Ursachenbeseitigung bringt in fünf Jahren denselben Schaden zurück — undichte Abdeckungen, rostende Dübel und Anker, dichte Zementfugen, aufsteigende Feuchte
- Gesteinsart bestimmen — bei historischer Substanz einen Steinmetz oder Restaurator hinzuziehen. Der ursprüngliche Bruch ist oft nicht mehr verfügbar, dann braucht es einen gut passenden Ersatz
- Abfangen, was tragend ist, bevor etwas ausgebaut wird
- Stein ausbauen, indem die Fugen aufgesägt oder gefräst werden — nicht herausschlagen. Die Nachbarsteine müssen unversehrt bleiben
- Auflager säubern und alten, harten Zement vollständig entfernen
- Neuen Stein setzen in kalkhaltigem Mörtel, mit nichtrostenden Dübeln und Ankern
- Verfugen mit einem Mörtel, der weicher ist als der Stein — in der Regel auf Kalkbasis
Worauf zu achten ist
- Lagerrichtung beachten. Naturstein wird so verbaut, wie er gewachsen ist; falsch eingesetzter Sedimentstein schiefert lagenweise ab
- Rostendes Eisen niemals belassen. Treibender Rost ist die häufigste Ursache gesprengter Natursteine
- Farbunterschiede sind normal. Neuer Stein ist heller und gleicht sich erst nach Jahren an; Muster draußen, nass und trocken beurteilen
- Bei Baudenkmälern ist fast immer eine denkmalrechtliche Erlaubnis erforderlich, auch für Arbeiten, die nach Unterhalt aussehen
- Kosten. Für den Austausch einer einzelnen Blausteinschwelle oder eines Fensterbankstücks inklusive Ausbau und Setzen sind üblicherweise mehrere hundert bis über tausend Euro pro Stück anzusetzen; Sonderanfertigung und Gerüst treiben das schnell nach oben
Verwandte Begriffe
- Natursteinpflege
- Natursteinbearbeitungen
- Naturstein abschlagen
- Kalkmörtel
- Marmor
- Kalkstein
- Baudenkmal
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