Mietkauf und das niederländisch-belgische „Hamsterhuren” sind Wohnkonstruktionen, bei denen man eine Immobilie zunächst mietet und später die Möglichkeit oder Pflicht hat, sie zu kaufen. Beim Hamsterhuren geht es um eine Kaufoption: Man mietet die Wohnung und kann sie innerhalb einer vereinbarten Frist kaufen, wobei (ein Teil der) gezahlten Miete vom Kaufpreis abgezogen werden darf. Ziel ist es, den Wohnungsmarkt für Menschen mit wenig Eigenkapital zugänglicher zu machen.
Wie funktioniert es?
Beim Hamsterhuren werden meist zwei getrennte Verträge geschlossen:
- Ein Mietvertrag — damit mietet man die Wohnung wie bei einer gewöhnlichen Miete
- Eine Kaufoption — darin steht der vorab festgelegte Kaufpreis, zu dem man die Wohnung später kaufen darf
Wichtige Merkmale:
- Flexibilität — man ist nicht zum Kauf verpflichtet; die Option ist ein Recht, keine Pflicht. Entscheidet man sich gegen den Kauf, läuft es wie ein normaler Mietvertrag aus
- Frist — die Kaufentscheidung muss innerhalb eines vereinbarten Zeitraums (in der Praxis oft innerhalb von etwa zehn Jahren) getroffen werden
- Miete zählt mit — ein Teil oder die gesamte gezahlte Miete darf vom Kaufpreis abgezogen werden
Unterschied zum klassischen Mietkauf
Beim klassischen Mietkauf kauft man die Immobilie direkt, zahlt den Kaufpreis aber in Raten. Man wird erst Eigentümer, sobald die letzte Rate beglichen ist; bis dahin besteht eine stärkere Bindung und Zahlungspflicht als bei einer unverbindlichen Kaufoption. Hamsterhuren ist also unverbindlicher, der Mietkauf ist eine Ratenzahlungsform.
Für wen?
Diese Konstruktionen sind vor allem für Berufseinsteiger und Alleinstehende attraktiv, die den Schritt zur eigenen Wohnung gehen wollen, aber noch nicht das volle Startkapital oder die erforderliche Finanzierung haben.
Verwandte Begriffe
- Bebauungsplan
- Umnutzung
- Baugenehmigung
- Immobilie
- Wohnung
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