Mergel ist ein Sedimentgestein aus einer Mischung von Kalk (Calciumcarbonat) und Ton. Geologisch spricht man von Mergel bei etwa einem Viertel bis drei Vierteln Tonanteil; überwiegt der Kalk, heißt es Kalkstein, überwiegt der Ton, Tonstein.
In der niederländischen Provinz Limburg meint „Mergel” in der Praxis etwas anderes: den weichen, gelblichen Maastrichter Kalkstein, der dort in unterirdischen Brüchen gewonnen wurde und aus dem Kirchen, Burgen und Bauernhöfe errichtet sind. Streng genommen ist das kein Mergel, sondern Kalkstein — der Name hat sich jedoch vollständig eingebürgert.
Eigenschaften
- Weich und leicht — mit einer Handsäge zu schneiden, Blöcke lassen sich von Hand versetzen
- Porös — nimmt leicht Wasser auf und ist daher frost- und salzempfindlich
- Diffusionsoffen — deshalb mit Kalkmörtel kombinieren, nicht mit dichtem Zementmörtel
- Sichtbare Verwitterung — verwitterte Schichten sanden ab; historisch wurde das periodisch nachgearbeitet oder abgestochen
Anwendung
- Mergelblöcke in Fassaden und Innenwänden, vor allem in Südlimburg
- Zierschichten und Gewände in Kombination mit Ziegelmauerwerk
- Bildhauerarbeiten und Ornamente dank der guten Bearbeitbarkeit
- Landwirtschaft — kalkreicher Mergel zur Bodenverbesserung saurer Böden
Worauf zu achten ist
- Mergel immer mit Kalkmörtel vermauern und verfugen; harte Zementfugen sind fester als der Stein selbst und beschädigen die Steinkanten
- Mergelwerk am Fuß trocken halten: Spritzwasser und aufsteigende Feuchte sind die Hauptschadensursachen
- Keine dichten, filmbildenden Farben oder Imprägnierungen verwenden — Feuchtigkeit würde dahinter eingeschlossen
- Für gute Abdeckung und ausreichenden Dachüberstand sorgen, damit Regen nicht direkt auf die Mauerkrone trifft
Verwandte Begriffe
- Kalkstein
- Naturstein
- Kalkmörtel
- Sedimentgestein
- Geschiebemergel
- Natursteinpflege
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