Was ist luftdichtes Bauen?

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Luftdichtes Bauen heißt, eine einzige ununterbrochene luftdichte Ebene um den beheizten Bereich zu legen, sodass keine unkontrollierte Luftströmung durch Fugen, Nähte und Anschlüsse stattfindet. Es geht also nicht darum, Lüftungsgitter zuzukleben, sondern darum, Zugluft auszuschalten, die man nicht in der Hand hat.

Die bauphysikalische Faustregel lautet: Dämmen ohne Luftdichtheit ist halbe Arbeit. Ein wenige Millimeter breiter Spalt, der die ganze Konstruktion durchzieht, verliert mehr Wärme als eine ordentliche Fläche schlechter Dämmung — und schlimmer: Er transportiert feuchte Raumluft in die Konstruktion.

Warum es so wichtig ist

  • Wärmeverlust — warme Luft, die nach außen strömt, muss neu erwärmt werden
  • Feuchteschaden — das größte Risiko. Warme Raumluft, die durch eine Fuge in die kalte Konstruktion strömt, kühlt dort ab und gibt ihre Feuchte als Tauwasser ab. Das führt langfristig zu Holzfäule und Schimmel in Dämmung oder Dachschalung
  • Zugerscheinungen — kommen häufiger von Leckagen als von schlechter Verglasung
  • Schall — eine Luftundichtigkeit ist zugleich eine Schallbrücke
  • Funktionierende Lüftung — eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung erreicht ihren Wirkungsgrad nur, wenn die Luft durch die Anlage geht und nicht durch die Fugen

Die Regel: innen dicht, außen offen

Auf der warmen Innenseite liegt die luftdichte und dampfbremsende Ebene, auf der kalten Außenseite eine wasserführende, aber diffusionsoffene Schicht. So kann Feuchte, die dennoch hineingelangt, nach außen austrocknen. Der klassische Fehler ist eine dampfdichte Schicht außen: Feuchte kommt hinein, aber nicht mehr heraus.

Die Leckstellen nach Bedeutung

  1. Anschluss Fensterrahmen an Wand
  2. Dachfläche — Nähte der Dampfbremse sowie Anschlüsse an Fußpfette und Firstpfette
  3. Durchdringungen — Elektrodosen, Leitungen, Lüftungskanäle, Dachdurchführungen
  4. Anschluss Bodenplatte an Außenwand — der Randstreifen
  5. Bodenluke zum Dachboden, Kellerklappe und Zählerschrank
  6. Decken- und Wandanschlüsse bei in die Wand eingebundenen Holzbalkenlagen

Praktische Umsetzung

  • Zeichnen Sie die luftdichte Ebene zuerst auf Papier — Sie müssen mit dem Stift in einer durchgehenden Linie um das ganze Haus fahren können, ohne abzusetzen
  • Verwenden Sie das richtige Material — Luftdichtheitsklebeband für Folienstöße, Manschetten für Durchdringungen, vorkomprimiertes Dichtband für Fensteranschlüsse. Gewöhnliches Gewebeband löst sich nach wenigen Jahren
  • Putz zählt mit — eine durchgeputzte Innenwand ist luftdicht, aber nur wenn der Putz hinter der Sockelleiste bis zum Boden durchgeht
  • Während der Bauzeit prüfen — lassen Sie den Blower-Door-Test durchführen, sobald die luftdichte Ebene fertig, aber noch zugänglich ist
  • Lüftung planen — luftdicht bauen ohne kontrollierte Lüftung tauscht Wärmeverlust gegen schlechtes Raumklima

Verwandte Begriffe

  • Luftdichtheit
  • Blower-Door-Test
  • Dampfbremse
  • Dämmklebeband
  • Kondensation
  • Baufeuchte

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