Das Krepidoma (auch Krepis) ist die mehrstufige Plattform aus Stein, die den Unterbau eines griechischen Tempels bildet und das Gebäude über das umgebende Gelände erhebt. Es stellt eines der charakteristischsten Elemente der klassischen griechischen Tempelarchitektur dar.
Anwendung
Das Krepidoma besteht in der Regel aus drei Stufen, die den gesamten Grundriss des Tempels umgeben. Die unterste Stufe wird als Euthynterie bezeichnet und liegt teilweise im Erdboden, wo sie als Ausgleichsschicht zwischen dem natürlichen Untergrund und dem aufgehenden Mauerwerk dient. Die darüberliegenden Stufen bilden den sichtbaren, gestuften Aufgang.
Die oberste Stufe des Krepidoma wird Stylobat genannt. Auf ihr stehen direkt die Säulen des Tempels. Der Stylobat ist damit die eigentliche Standfläche der Tempelarchitektur und spielt eine entscheidende Rolle für die Gesamtwirkung des Bauwerks.
Im klassischen griechischen Tempelbau erfüllt das Krepidoma mehrere Funktionen. Es hebt den Tempel als heiligen Ort aus seiner Umgebung hervor und verleiht ihm eine monumentale Wirkung. Gleichzeitig dient es als konstruktive Basis, die das Gewicht des Bauwerks gleichmäßig auf den Untergrund verteilt. Die Stufen bieten zudem einen formalen Zugang zum Tempel.
Bemerkenswert ist, dass die Stufen des Krepidoma bei bedeutenden Tempeln wie dem Parthenon in Athen eine leichte Kurvatur aufweisen. Diese kaum wahrnehmbare Wölbung nach oben diente der optischen Korrektur, da eine vollkommen gerade Linie dem Auge leicht durchgebogen erscheint. Auch am Tempel des Zeus in Olympia und am Hephaisteion in Athen sind solche Verfeinerungen nachweisbar.
Verwandte Begriffe
- Stylobat
- Euthynterie
- Kurvatur
- Peripteros
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