# Was ist Kondensation?
**Kondensation bezeichnet den physikalischen Vorgang, bei dem Wasserdampf aus der Luft an kalten Oberflächen in flüssiges Wasser übergeht. Im Bauwesen ist Kondensation eine der häufigsten Ursachen für Feuchtigkeitsschäden, Schimmelbildung und langfristige Schäden an der Bausubstanz.**
Der Prozess tritt auf, wenn warme, feuchte Luft auf eine Oberfläche trifft, deren Temperatur unterhalb des sogenannten Taupunkts liegt. An dieser Stelle kann die Luft die enthaltene Feuchtigkeit nicht mehr halten, und das Wasser schlägt sich als Kondensat nieder. Besonders gefährdet sind Fenster, Außenwände, Wärmebrücken und unzureichend gedämmte Bauteile.
## Anwendung
Kondensation spielt im Bauwesen in verschiedenen Kontexten eine Rolle:
– **Oberflächenkondensation**: Sichtbare Feuchtigkeitsbildung auf kalten Innenwänden oder Fensterscheiben. Dies tritt besonders in Küchen, Badezimmern und Schlafzimmern auf, wo die Luftfeuchtigkeit hoch ist.
– **Tauwasserbildung im Bauteil**: Unsichtbare Kondensation innerhalb der Wandkonstruktion, wenn Wasserdampf durch die Bauteile diffundiert und im Inneren den Taupunkt erreicht. Dies kann zu erheblichen Schäden führen, ohne dass es von außen erkennbar ist.
– **Planung und Vermeidung**: Durch korrekte Anordnung von Dampfsperren, ausreichende Wärmedämmung und kontrollierte Lüftung lässt sich Kondensation weitgehend verhindern. Die DIN 4108 regelt den Feuchteschutz im Hochbau.
– **Glaser-Verfahren**: Zur rechnerischen Überprüfung, ob in einem Bauteilaufbau Tauwasser anfällt, wird das Glaser-Verfahren eingesetzt. Es zeigt, wo innerhalb einer Konstruktion Kondensation auftreten kann.
Regelmäßiges Lüften, die Vermeidung von Wärmebrücken und eine fachgerechte Dämmung sind die wichtigsten Maßnahmen gegen Kondensationsprobleme. Bereits bei der Planung eines Gebäudes sollte der Feuchteschutz berücksichtigt werden, um spätere kostspielige Sanierungen zu vermeiden.
## Verwandte Begriffe
– **Taupunkt** – Temperatur, bei der die Luft gesättigt ist und Kondensation einsetzt
– **Dampfsperre** – Schicht zur Verhinderung von Wasserdampfdiffusion
– **Wärmebrücke** – Bereich mit erhöhtem Wärmeverlust und Kondensationsrisiko
– **Relative Luftfeuchtigkeit** – Verhältnis von tatsächlichem zu maximal möglichem Wasserdampfgehalt
– **Schimmelbildung** – häufige Folge dauerhafter Kondensation an Oberflächen
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