Anodisieren (auch Eloxieren genannt) ist ein elektrolytisches Oxidationsverfahren, bei dem auf der Oberfläche von Aluminium eine schützende Oxidschicht erzeugt wird. Diese Schicht ist wesentlich dicker und widerstandsfähiger als die natürliche Oxidschicht des Aluminiums und schützt das Material dauerhaft vor Korrosion, Abrieb und Witterungseinflüssen.
Das Verfahren
Beim Anodisieren wird das Aluminiumbauteil als Anode in ein Elektrolytbad — meist eine Schwefelsäurelösung — getaucht. Durch das Anlegen von Gleichstrom wird die Aluminiumoberfläche kontrolliert oxidiert. Dabei entsteht eine poröse Aluminiumoxidschicht (Al₂O₃), die fest mit dem Grundmaterial verbunden ist.
Die typischen Verfahrensschritte umfassen:
1. Vorbehandlung: Entfetten, Beizen und Spülen des Werkstücks 2. Anodisieren: Elektrolytische Oxidation im Säurebad 3. Einfärben: Optional — die poröse Schicht kann Farbstoffe aufnehmen 4. Verdichten: Verschließen der Poren durch heißes Wasser oder Dampf
Schichtdicken und Klassen
Die Schichtdicke bestimmt die Einsatzmöglichkeiten:
- Klasse 5 (5 µm): Innenanwendungen, dekorative Zwecke
- Klasse 10 (10 µm): Leichte Außenanwendungen
- Klasse 15 (15 µm): Standardanwendung im Fassadenbau
- Klasse 20–25 (20–25 µm): Stark beanspruchte Außenanwendungen, Küstengebiete
Bedeutung im Bauwesen
Im Bauwesen ist Anodisieren das Standardverfahren zur Oberflächenbehandlung von Aluminiumfassaden, Fensterrahmen, Türen und Geländern. Anodisiertes Aluminium bietet eine hohe UV-Beständigkeit, ist kratzfest und behält über Jahrzehnte sein Erscheinungsbild. Die Qualitätsanforderungen sind in der Norm DIN EN ISO 7599 sowie im Qualitätslabel QUALANOD geregelt.
Vorteile gegenüber Lackierung
Im Gegensatz zu einer Lackierung ist die Eloxalschicht kein Überzug, sondern eine Umwandlung der Oberfläche selbst. Sie kann nicht abblättern und ist wesentlich härter als Lack. Zudem ist das Verfahren umweltfreundlicher als viele Lackierprozesse.
Verwandte Begriffe
- Eloxieren
- Pulverbeschichtung
- Aluminiumfassade
- Oberflächenbehandlung