Die Kompositordnung ist eine klassische Bauordnung, die Elemente der ionischen und korinthischen Ordnung kombiniert — mit einem Kapitell aus Voluten und Akanthusblättern.
Merkmale und Geschichte
Die Kompositordnung entstand in der römischen Architektur als fünfte und letzte der klassischen Säulenordnungen. Sie vereint die ionischen Voluten (schneckenförmige Verzierungen) mit den üppigen Akanthusblättern der korinthischen Ordnung zu einem besonders reich geschmückten Kapitell.
Der Säulenschaft ist in der Regel kanneliert (mit Längsrillen versehen) und steht auf einer profilierten Basis. Das Gebälk oberhalb der Säulen folgt dem Aufbau der korinthischen Ordnung mit Architrav, Fries und Kranzgesims. Die Proportionen sind schlank und elegant — die Säulenhöhe beträgt typischerweise das Zehnfache des unteren Durchmessers.
Die Kompositordnung galt als die prächtigste aller Ordnungen und wurde von den Römern bevorzugt für Triumphbögen und repräsentative Staatsbauten verwendet. Der Titusbogen und der Bogen des Septimius Severus in Rom sind berühmte Beispiele.
Anwendung
Die Kompositordnung findet sich in verschiedenen architektonischen Zusammenhängen:
- An historischen Repräsentationsbauten wie Rathäusern, Theatern und Palästen
- Bei der Restaurierung und dem Wiederaufbau klassizistischer Gebäude
- In der Innenarchitektur als dekoratives Element an Pilastern und Halbsäulen
- Als gestalterische Referenz in der modernen Architektur bei Neuinterpretationen klassischer Formen
Verwandte Begriffe
- Säule
- Bogen
- Gewölbe
- Fassade
- Bauordnungen
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