Ein Kolumbarium ist ein Bauwerk mit Nischen, in denen Urnen mit der Asche Verstorbener beigesetzt werden.
Herkunft und Aufbau
Der Begriff stammt vom lateinischen „columbarium” (Taubenschlag), da die regelmäßigen Nischen an die Öffnungen eines Taubenhauses erinnern. Bereits im antiken Rom wurden Kolumbarien als unterirdische oder oberirdische Grabbauten mit hunderten Nischen errichtet.
Ein modernes Kolumbarium besteht typischerweise aus:
- Tragstruktur — Wände aus Stahlbeton, Naturstein oder Mauerwerk, die die Nischen umschließen.
- Nischen (Loculi) — Rechteckige Öffnungen mit einer Tiefe von circa 40 Zentimetern, ausgelegt für eine oder zwei Urnen.
- Verschlussplatten — Steinplatten oder Bronzetafeln mit dem Namen des Verstorbenen, die die Nische nach der Beisetzung verschließen.
- Entwässerung — Konstruktive Maßnahmen gegen eindringende Feuchtigkeit, besonders bei freistehenden Außenanlagen.
Anwendung
Kolumbarien gewinnen aufgrund des wachsenden Flächenbedarfs und der Zunahme von Feuerbestattungen an Bedeutung. Sie werden errichtet als:
- Freistehende Wände auf Friedhöfen, oft aus Sichtbeton oder Naturstein.
- Integrierte Anlagen in Kirchengebäuden, Friedhofskapellen oder Trauerhallen.
- Unterirdische Räume in historischen Kirchenbauten, die umgenutzt werden.
Baulich ist besonders auf Feuchtigkeitsschutz, Dauerhaftigkeit der Materialien und eine würdevolle Gestaltung zu achten.
Verwandte Begriffe
- Konstruktion
- Beton
- Mörtel
- Gewölbe
- Fundament
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