Kämmen ist das Ziehen schmaler, paralleler Rillen in eine noch frische Schicht mit einem Kamm oder einer Zahnkelle. Der Begriff wird im Bauwesen auf zwei Arten verwendet: das Kämmen von Mörtel oder Fliesenkleber und das Kämmen nasser Farbe, um eine Holzmaserung nachzuahmen.
Kämmen von Mörtel und Fliesenkleber
Beim Verkleben von Fliesen wird der Kleber zunächst flach auf den Untergrund aufgetragen und dann mit einer Zahnkelle durchgekämmt. So entstehen gleichmäßige Rippen im Kleber. Das hat zwei Vorteile:
- Bessere Haftung — die Fliese wird in das frische Kammbett gedrückt, wodurch Luft entweichen kann und eine gute Kontaktfläche entsteht
- Gleichmäßige Kleberschicht — die Fliesen liegen schön eben und auf gleicher Höhe
Die Größe der Kammzähne bestimmt die Dicke der Kleberschicht. Große oder schwere Fliesen erfordern einen gröberen Kamm (größere Zähne), kleine Fliesen einen feineren. Faustregel: Nach dem Andrücken sollte der Kleber die gesamte Rückseite der Fliese bedecken.
Kämmen von Farbe (Holzmaserung-Imitation)
Bei dekorativen Malerarbeiten zieht man mit einem speziellen Kamm oder einer gezahnten Spachtel Linien durch nasse Farbe oder Lasur, sodass das Muster einer Holzmaserung entsteht. So kann ein günstiger Untergrund wie eine teurere Holzart aussehen. Diese Technik ist mit dem Marmorieren (dem Nachahmen von Marmor) verwandt und wird von Dekorationsmalern ausgeführt.
Verwandte Begriffe
- Mörtel
- Kleber
- Fliese
- Haftung
- Dekoration
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