Hochfester Beton ist Beton mit einer deutlich höheren Druckfestigkeit als gewöhnlicher Konstruktionsbeton. Nach der Betonnorm DIN EN 206 fallen Festigkeitsklassen oberhalb von C50/60 in diese Kategorie. Wo gängiger Beton meist in den Klassen C20/25 bis C30/37 liegt, beginnt hochfester Beton also etwa bei C55/67 und reicht bis C100/115 und höher.
Wie wird das erreicht?
Eine hohe Festigkeit entsteht durch ein sehr dichtes, kompaktes Betongefüge:
- Niedriger Wasser-Zement-Wert — weniger Wasser ergibt eine dichtere Mischung
- Fließmittel — halten den Beton dennoch verarbeitbar
- Feine Zusätze — Silikastaub (Mikrosilika) und Flugasche füllen die kleinsten Poren
- Starke Gesteinskörnung — hochwertiger, fester Kies oder Splitt
Vorteile
- Schlankere Konstruktionen — dünnere Stützen und Träger bei gleicher Last
- Größere Spannweiten — weniger Eigengewicht pro Meter
- Mehr Nutzfläche — kleinere Stützen lassen mehr Raum
- Dauerhaftigkeit — das dichte Gefüge widersteht dem Eindringen von Feuchtigkeit und Chloriden besser
Zu beachten
- Sprödes Verhalten — je höher die Festigkeit, desto weniger Verformung vor dem Versagen; besondere Aufmerksamkeit für die Bewehrung
- Brandverhalten — dichter Beton kann bei Brand abplatzen; hierfür werden Maßnahmen getroffen
- Verarbeitung — erfordert strenge Kontrolle von Mischung, Einbau und Nachbehandlung
Anwendung
Hochfester Beton wird im Hochbau, bei Brücken, stark belasteten Stützen und Fertigteilen eingesetzt.
Verwandte Begriffe
- Beton
- Druckfestigkeit
- Betonqualität
- Mikrosilika
- Konstruktionsbeton
- Wasser-Zement-Wert
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