Gestörter Boden ist Boden, dessen natürliche, über lange Zeit gewachsene Struktur durch Umlagerung, Aushub oder Bearbeitung zerstört wurde, wodurch seine ursprüngliche Tragfähigkeit verloren geht.
Im natürlichen Zustand ist Boden über Jahrtausende gewachsen und weist eine bestimmte Lagerungsdichte, Schichtung und Struktur auf. Wird dieser Boden ausgehoben, aufgeschüttet oder durchmischt, gehen diese Eigenschaften verloren – der Boden gilt dann als gestört. Das Gegenteil ist der ungestörte Boden, der seine natürliche Struktur behält. Der Unterschied ist für die Bodenmechanik entscheidend, da gestörter Boden andere Festigkeits- und Setzungseigenschaften besitzt.
Merkmale
Gestörter Boden unterscheidet sich vom ungestörten Boden durch:
- Zerstörte natürliche Lagerung und Kornstruktur
- Verringerte oder ungleichmäßige Tragfähigkeit
- Höhere Setzungsempfindlichkeit
- Veränderten Wasser- und Lufthaushalt
Anwendung
Die Unterscheidung ist bei mehreren Aufgaben von Bedeutung:
- Baugrunduntersuchung: Für Laborversuche werden gestörte (umgelagerte) und ungestörte Proben entnommen
- Gründung: Auf gestörtem Boden dürfen Fundamente nur nach Verdichtung oder Bodenverbesserung gegründet werden
- Erdbau: Verfüllungen und Dämme bestehen aus gestörtem, kontrolliert verdichtetem Material
- Standsicherheitsnachweise, die auf den korrekten Bodenkennwerten beruhen
Wird auf gestörtem Boden gebaut, ist eine fachgerechte Verdichtung oder eine Bodenverbesserung erforderlich, um Setzungen und Schäden zu vermeiden.
Verwandte Begriffe
- Bodenmechanik
- Baugrunduntersuchung
- Tragfähigkeit
- Gründung
- Bodenverbesserung
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.