Geschiebemergel (in den Niederlanden „keileem” genannt) ist ein dichter, ungesorteter Boden, der während der Eiszeiten vom Inlandeis abgelagert wurde. Er besteht aus einer Mischung von Ton, Sand, Kies und teils großen Steinen (Geschieben), die dicht zusammengepresst sind. Geschiebemergel ist dadurch fest, hart und kaum wasserdurchlässig. Ist der Kalk ausgewaschen, spricht man von Geschiebelehm.
Eigenschaften
- Ungesortiert — feine und grobe Bestandteile liegen kreuz und quer durcheinander, anders als sortierter Sand oder Ton aus fließendem Wasser
- Dicht und fest — durch das Gewicht des Eises zusammengepresst, daher gut tragfähig
- Kaum durchlässig — der Tonanteil macht Geschiebemergel nahezu wasserdicht, sodass er als natürliche stauende Schicht wirkt
Anwendung und Bedeutung im Bau
- Tragfähige Schicht — durch seine Festigkeit bildet Geschiebemergel einen guten Baugrund
- Stauende Schicht — wichtig für den Grundwasserstand und beim Entwurf von Kellern und Wasserhaltung
- Schichtenwasser — auf Geschiebemergel kann Regenwater stehen bleiben, was örtlich hohe (Schicht-)Wasserstände ergibt
Zu beachten
- Lass den Bodenaufbau immer durch eine Baugrunduntersuchung (Sondierung/Bohrung) feststellen; Dicke und Tiefe des Geschiebemergels schwanken stark je nach Standort
- Bei Erdarbeiten im Geschiebemergel: er ist hart und zäh, und die schlechte Durchlässigkeit kann zu Wasser in der Baugrube führen
Verwandte Begriffe
- Bodenart
- Bodenmechanik
- Baugrunduntersuchung
- Fundament
- Grundwasserstand
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