Was ist der Eurocode?
Der Eurocode ist eine Reihe europäischer technischer Normen für die Bemessung und Konstruktion von Bauwerken. Er ersetzt die alten nationalen Normen (in Deutschland die DIN 1045-Reihe) und stellt sicher, dass ein Tragwerksplaner in ganz Europa nach gleichen Regeln rechnet.
Aufbau des Eurocodes
Der Eurocode besteht aus zehn Hauptnormen, jeweils mit mehreren Teilen:
| Eurocode | Thema |
|---|---|
| EN 1990 | Grundlagen der Tragwerksplanung |
| EN 1991 | Einwirkungen auf Tragwerke |
| EN 1992 | Beton und Stahlbeton |
| EN 1993 | Stahlbau |
| EN 1994 | Verbundbau Stahl-Beton |
| EN 1995 | Holzbau |
| EN 1996 | Mauerwerk |
| EN 1997 | Geotechnik |
| EN 1998 | Erdbebensicheres Bauen |
| EN 1999 | Aluminiumkonstruktionen |
Anwendung
In Deutschland ist der Eurocode über die Landesbauordnungen verbindlich. Jedes Tragwerk muss den Bemessungsregeln des Eurocodes entsprechen.
Nationaler Anhang
Auch wenn der Eurocode europäisch ist, hat jedes Land einen eigenen Nationalen Anhang (NA). Darin stehen länderspezifische Parameter:
- Windbelastung – je nach geografischer Lage
- Schneelast – variiert je nach Region
- Sicherheitsfaktoren – können je Land abweichen
- Erdbebengebiete – wichtig im Alpenraum
In Deutschland heißt der Nationale Anhang DIN EN xxxx NA.
Grenzzustände
Der Eurocode rechnet mit zwei Grenzzuständen:
- GZT (Grenzzustand der Tragfähigkeit) – Tragwerk darf nicht versagen
- GZG (Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit) – Tragwerk muss gebrauchstauglich bleiben (zu große Verformungen, Rissbildung, Schwingungen)
Für wen?
Der Eurocode wird verwendet von:
- Tragwerksplanern – für alle Berechnungen
- Architekten – als Grundlage sicherer Entwürfe
- Bauunternehmen – für die Ausführung nach Norm
- Bauaufsicht – zur Prüfung von Bauplänen
Verwandte Begriffe
- Tragwerk
- DIN-Norm
- Bauordnung
- Einwirkung
- Folgeklasse
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