Die Kernseite eines Brettes ist die Seite, die im Baum zum Kern (Mark) hin gerichtet war. Die gegenüberliegende Seite heisst Splintseite oder Aussenseite. An der Hirnseite (Stirnholz) erkennt man den Unterschied an den Jahresringen: die Kernseite ist die Seite mit den kleinsten Ringbögen.
Warum es wichtig ist
Holz ‘arbeitet’ (schwindet und quillt) vor allem in Richtung der Jahresringe. Dadurch verzieht sich ein Brett beim Trocknen typischerweise hohl zur Kernseite hin — die Ringe wollen sich strecken. Zu wissen, wo die Kernseite liegt, hilft, diese Verformung zu steuern:
- Bodendielen und Terrassendielen — die Kernseite meist nach oben legen (‘Kern oben’), damit sich das Brett an den Rändern nicht hochwölbt; zu der richtigen Wahl gibt es verschiedene Faustregeln, daher die Anwendung berücksichtigen
- Arbeitsplatten und breite Teile — Bretter abwechselnd verleimen (Kernseite im Wechsel), damit sich Verformungen aufheben
Erkennen
- Auf die Jahresringe an der Hirnseite schauen — die bauchige Seite der Ringe zeigt zur Kernseite
- Markstrahlen und Spiegel — das Muster auf der Fläche verrät, ob das Holz tangential (flach) oder radial (stehend) gesägt ist
Worauf achten
- Radial gesägtes Holz arbeitet weniger und verzieht sich kaum; ideal für massgenaue Arbeiten
- Bretter gut befestigen — genug Schrauben oder Nägel begrenzen das Verziehen, aber die Spannung im Holz bleibt immer
Verwandte Begriffe
- Holz
- Jahresring
- Radial gesägt
- Tangential gesägt
- Holzboden
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